Nach einem ersten Praxistest der humanoiden Roboter, im US-Werk Spartanburg geht der Münchner Konzern nun den nächsten Schritt auf europäischem Boden. Anders als in den Vereinigten Staaten, wo man mit dem Start-up Figure AI kooperierte, setzt BMW in Leipzig jedoch auf Hexagon Robotics aus Zürich. Das Unternehmen gehört zur schwedischen Hexagon AB und ist seit Jahren als Technologiepartner in den Bereichen Sensorik und Software mit dem Autobauer verbunden.

Mit diesem Schritt verfolgt BMW eine klare Strategie: Die Verzahnung von Ingenieurskunst und Künstlicher Intelligenz soll nicht nur Effizienz steigern, sondern die Produktionsprozesse grundlegend verändern. Produktionsvorstand Milan Nedeljković spricht von einer neuen Qualität der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine – einer Symbiose, die in der Fertigung bislang ungekannte Spielräume eröffne.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Integration humanoider Robotik in die laufende Serienproduktion. Ziel ist es, die Einsatzfähigkeit der Systeme unter realen Bedingungen zu erproben – sowohl im Fahrzeugbau als auch perspektivisch in der Batterie- und Komponentenfertigung.

„Aeon“: Mobil auf Rädern statt auf Beinen

In Leipzig kommt nun der humanoide Roboter „Aeon“ zum Einsatz. Anders als klassische zweibeinige Modelle bewegt sich dieses System auf Rädern fort. Nach Angaben der Entwickler erreicht es dabei Geschwindigkeiten von bis zu 2,5 Metern pro Sekunde – ein Vorteil in weitläufigen Produktionshallen, in denen schnelle Ortswechsel gefragt sind.

Technisch ist „Aeon“ mit 22 Sensoren und 34 Freiheitsgraden ausgestattet. Dadurch kann er Bauteile greifen, montieren und positionieren. Integrierte Scanner ermöglichen zudem präzise Qualitätskontrollen, etwa an Fahrzeugtüren.

Ein weiterer technologischer Baustein ist das Energiemanagement: Die Batterie lässt sich innerhalb von weniger als 30 Sekunden automatisch austauschen. Lange Ladepausen entfallen – ein entscheidender Faktor für den kontinuierlichen Einsatz im industriellen Alltag.