Besonders hart trifft es Bayern, das mit 50 geschlossenen Brauereien den größten Verlust verzeichnet, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Hessen. Während Bayern mit 598 Brauereien weiterhin die höchste Dichte aufweist, liegt der Rückgang bei alarmierenden 8 Prozent. Noch gravierender ist die Entwicklung in Nordrhein-Westfalen und Hessen, wo die Zahl der Brauereien um 15 bzw. 16 % eingebrochen ist.

Mehrere Faktoren tragen zu dieser bedrohlichen Lage bei. Zunächst war es die Corona-Pandemie, die besonders kleinere Brauereien schwer traf. Kaum davon erholt, folgten die Energiepreiskrise und eine dramatisch gesunkene Konsumbereitschaft. Vor allem kleine Betriebe können die gestiegenen Produktionskosten nicht an die Kunden weitergeben. Die Konkurrenz durch große Lebensmittelkonzerne erweist sich als kaum überwindbares Hindernis.

Kostenexplosionen und Zukunftsängste

Ein zusätzliches Problem stellen die immensen Energiekosten dar. Während moderne Großbrauereien rund 10 bis 15 % ihrer Herstellungskosten auf Energie verwenden, sind es bei kleinen und mittelständischen Brauereien bis zu 20 %. Insbesondere das energieintensive Brauen, Kühlen und Reinigen von Mehrwegflaschen wird zunehmend zum wirtschaftlichen Risiko.

Hinzu kommt der Druck zur Klimaneutralität. Um bis spätestens 2045 CO2-neutral zu produzieren, müssen viele Brauereien ihre Anlagen auf Strombetrieb umstellen. Das bedeutet für viele Betriebe, bis zu 80 % ihrer bestehenden Infrastruktur komplett neu zu errichten – ohne zu wissen, ob die notwendigen Technologien rechtzeitig entwickelt werden.

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Kommentare

  • Hirschiheini sagt:

    Mittlerweile sind die meisten Biere nur noch eine billige Einheitspi…e die billig aus künstl. Extrakten hergestellt wird und zu horrenden Preisen verkauft wird. Desweiteren wird unnötig viel Geld in der Sportwerbung sowie die hohen Gehälter der Vorstände verbrannt und da sollte man ansetzen und sich auf alte Traditionen zurück besinnen. Denn mittlerweile ist es nur noch ein Einheits Gesöff. Alles andere ist nur ablenken von der Unfähigkeit der Vorstände und Aufsichtsräte.

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    1. Ramdas Gupta sagt:

      Mir ist der X-beliebige Geschmack eines Märzen-Bieres lieber, als dieses unsägliche, wirklich überteuerte Craft-Beer Gschloder, dessen Brauerein übrigens viel mehr von den steigenden Kosten aufgrund der geringen Produktionsmengen betroffen sind) . Ich will ein Bier, dass nach Bier schmeckt, und nicht nach irgendetwas anderes.

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  • Don sagt:

    Liebe Deutsche Unternehmer, dann empfehle ich mal weiterhin die CDU / CSU zu wählen, dann wird bald alles besser! Ihr Zipfelklatscher habt euch in den Abgrund gewählt! Wie nennt Einstein das, wenn man immer wieder das selbe macht und jedesmal auf ein anderes Ergebnis hofft?

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  • Rollo sagt:

    Deutschland schafft sich ja derzeit in vielen Bereichen ab; AT folgt dann meist mit sicherheitsabstand. Aber wenn ich mir nicht viel zugute halten kann: Ich unterstütze österr. Brauereien nach bestem Wissen u Gewissen seit vielen,vielen Jahren,allein durch massiven Bier-Konsum u Zuwendungen an kleine Privat-Brauhäuser. Bin jetzt im zweten Lebensdrittel,bester Gesundheit und hoffe inständig, dass dieses Kulturgut am Leben bleibt. Wasser des Lebens!

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  • adibec sagt:

    Also meiner Meinung nach weint niemand außerhalb Deutschlands diesem Sterben auch nur eine Träne nach. Die deutschen Biere sind sowieso nur, wie man in Österreich sagt, das größte G’schloder!

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  • Dagobert sagt:

    Ein Krügerl kostet aktuell 5,10.
    Also mich wundert es nicht, weshalb die Leute weniger Bier trinken, denn sie können es sich schlicht und ergreifend nicht mehr leisten.

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  • Henry sagt:

    Brauerei-Lenker wollen oftmals gut Freund sein mit den örtlichen Politlenkern, um bei jedem Regen.bogen-Event dabei sein zu können. Da gibt es natürlich keine Kritik, sondern alles ist natürlich ganz fein, was da oben verzapft wird. Dann sollen mal schön mit den hohen Energiepreisen und dem gefallenen Lebensstandard der Bürger ihr Glück machen. Gibt noch andere leckere und vor allem gesündere Getränke.

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  • Kaffee sagt:

    Die Linken halten nichts von Tradition und Kultur. Die Braukultur, die beide Werte vereint, ist somit höchst gefährdet.

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