Im Jänner 2026 waren im Burgenland rund 13.200 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Damit lag die Zahl der Arbeitslosen um 4,3 % höher als noch vor einem Jahr. Etwa 2.000 Betroffene nehmen derzeit an Schulungsmaßnahmen teil.

Bauwirtschaft als zentraler Belastungsfaktor

Ein wesentlicher Treiber der steigenden Arbeitslosigkeit ist die Bauwirtschaft. Mehr als die Hälfte der zusätzlichen Arbeitslosen im Vergleich zum Jänner des Vorjahres entfällt auf diesen Sektor. Ausschlaggebend dafür ist vor allem der vergleichsweise kalte Winter, der viele Bauprojekte verzögert oder vorübergehend zum Stillstand gebracht hat.

Frauen und ältere Arbeitnehmer stärker betroffen

Auffällig ist auch die Entwicklung bei Frauen: Die Zahl der arbeitslosen Frauen legte im Jahresvergleich um mehr als 6 % zu. Dieser Anstieg hängt unter anderem mit der schrittweisen Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters zusammen, wodurch mehr Frauen länger am Arbeitsmarkt verbleiben und statistisch erfasst werden.

Österreichweit hohe Zahlen

Bundesweit waren Ende Jänner 456.192 Menschen entweder arbeitslos gemeldet oder in einer Schulungsmaßnahme des AMS. Das entspricht einem Plus von 10.679 Personen gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich laut vorläufiger Berechnung auf 8,8 % und liegt damit um 0,3 Prozentpunkte höher als ein Jahr zuvor.

Gleichzeitig gingen die offenen Stellen deutlich zurück. Insgesamt sank ihre Zahl um rund 10,5 %. Besonders stark fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit österreichweit, wie auch im Burgenland, bei Frauen aus, während die Gesamtbeschäftigung dennoch leicht zulegen konnte: Im Vergleich zum Vorjahr wurden rund 8.000 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse gezählt.

Wien setzt Fokus auf ältere Arbeitskräfte

In Wien stieg die Zahl der Arbeitslosen im Jahresvergleich auf knapp 140.000 Personen. Gleichzeitig ging die Zahl der Schulungsteilnehmer um fast 12 % zurück. In Summe erhöhte sich die Zahl der beim AMS erfassten Personen dennoch leicht.

Besonders stark von der Arbeitslosigkeit betroffen sind Menschen über 50 Jahre. Die Zahl der arbeitslosen oder in Schulung befindlichen Personen dieser Altersgruppe wuchs um mehr als 5 %. Um gegenzusteuern, setzt das AMS Wien verstärkt auf gezielte Fördermodelle für ältere Arbeitnehmer.

Kernstück der Wiener Strategie ist eine Ausweitung der bestehenden Joboffensive für ältere Arbeitskräfte. Bei Neueinstellungen von Personen über 55 Jahren übernimmt das AMS für mehrere Monate einen erheblichen Teil der Lohn- und Lohnnebenkosten – sofern dadurch eine längere Arbeitslosigkeit beendet wird. In Einzelfällen werden bis zu zwei Drittel des Gehalts über einen Zeitraum von neun Monaten gefördert.