Die Realität an der Kassa fällt allerdings deutlich bescheidener aus. Ein Liter Milch wird um rund sieben Cent günstiger, ein Viertel Butter um etwa zehn Cent, ein Becher Naturjoghurt gerade einmal um zwei Cent. Um tatsächlich auf die angekündigte Ersparnis zu kommen, müssten Konsumenten im Laufe des Jahres große Mengen an Grundnahrungsmitteln kaufen.
Es herrscht Verwirrung
Für zusätzliche Verwirrung sorgt, dass nicht alle scheinbar ähnlichen Produkte von der Steuersenkung profitieren. Während Semmeln und einfaches Brot günstiger werden, bleiben Croissants oder Laugenstangen wegen ihres höheren Fett- und Zuckergehalts beim alten Steuersatz. Auch Butter wird billiger, Kräuterbutter dagegen nicht. Tiefkühlspinat ist begünstigt, Cremespinat – wie im
Mwst Irrsinn Regierung Verbilligt Blattspinat Cremespinat Bleibt Gleich Teuer
berichtet – hingegen nicht. Entscheidend ist nicht der Produktname, sondern komplizierte steuerliche Warencodes.
Gewaltiger Kraftakt für den Handel
Für den Handel bedeutete die Umstellung einen gewaltigen Kraftakt. Tausende Artikel mussten neu erfasst, Kassensysteme umgestellt und Preislisten angepasst werden. Nach Angaben des Handelsverbands kostete allein die technische Umsetzung rund sechs Millionen Euro.
Maßnahme gegen Teuerung oder eine Tüte heiße Luft?
Während die Regierung die Maßnahme als wichtigen Schritt gegen die Teuerung verkauft, sprechen Kritiker von einem enormen bürokratischen Aufwand für eine Ersparnis von oft nur wenigen Cent. Zudem kostet die Steuersenkung den Staat rund 400 Millionen Euro jährlich – ein Teil davon soll später über die neue Paketabgabe wieder hereingeholt werden.

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