China schlägt zu: Neue Zölle von bis zu 11,7 % auf EU-Milchprodukte
Peking zieht die Schrauben an: Nach einer Antisubventionsprüfung belegt China europäische Milchprodukte mit neuen Strafzöllen. Betroffen sind Käse, Milch und Schlagobers. Dieser Schritt gilt als Antwort auf EU-Zölle gegen China.
Chinas neue Zölle treffen europäische Milchprodukte – der Handelsstreit mit der EU spitzt sich weiter zu.GETTYIMAGES/CFOTO
Der Handelskonflikt zwischen China und der Europäischen Union erreicht die nächste Eskalationsstufe. Nach Abschluss einer Untersuchung zu EU-Agrarsubventionen hat Peking nun endgültige Zölle auf europäische Milchprodukte verhängt. Zwar fallen diese deutlich niedriger aus als die zuvor angekündigten Strafzölle, doch für Europas Milchwirtschaft ist es dennoch ein empfindlicher Schlag, wie EURACTIV berichtet.
Antisubventionsprüfung als Grundlage
Nach Abschluss einer Antisubventionsuntersuchung erhebt China Zölle von bis zu 11,7 Prozent auf mehrere europäische Milchprodukte. Dies geht aus einer Zolltarifliste hervor, die EURACTIV vorliegt.
Die Untersuchung wurde im August 2024 eingeleitet. Ziel war es, zu klären, ob EU-Subventionen für Landwirte – insbesondere jene im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie weitere Zahlungen wie Prämien für umweltfreundliche Praktiken – den Wettbewerb verzerren und chinesischen Produzenten schaden.
Im Dezember erklärten die chinesischen Behörden, dass die vorläufigen Ergebnisse einen Zusammenhang zwischen EU-Subventionen und einer Schädigung der chinesischen Milchwirtschaft gezeigt hätten.
Käse, Milch und Schlagobers betroffen
Die neuen Zölle betreffen verschiedene Käsesorten sowie Milch und Schlagobers. Für die meisten Exporteure gilt ein Zollsatz von 11,7 Prozent. Mehr als 50 Unternehmen, darunter der französische Molkereikonzern Lactalis, das dänische Unternehmen Arla und der italienische Hersteller Zanetti, kommen jedoch günstiger davon. Für sie beträgt der Zollsatz 9,5 Prozent.
Noch im vergangenen Monat hatte Peking vorübergehende Strafzölle zwischen 21,9 und 42,7 Prozent verhängt. Diese wurden im Rahmen der endgültigen Entscheidung nun deutlich gesenkt.
Vergeltung für EU-Zölle auf E-Autos?
Die Maßnahme wird weithin als Vergeltung für die im Januar verhängten EU-Zölle auf chinesische Elektrofahrzeuge gesehen. Parallel untersucht China auch europäische Schweinefleisch- und Brandy-Exporte. Kritik kommt von europäischer Seite. Die EU-Landwirteorganisation Copa und Cogeca erklärte in sozialen Medien:„Wieder einmal sind Landwirte und ihre hochwertigen, wettbewerbsfähigen Produkte in einen größeren Handelsstreit verwickelt.“ Zugleich forderte die Organisation eine „diplomatische, konstruktive Lösung“.
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