China stoppt Treibstoffexporte – Iran-Konflikt erschüttert globale Energieversorgung
Die militärische Eskalation im Nahen Osten beginnt zunehmend, die globalen Energiemärkte zu erschüttern. Als Reaktion auf die wachsende Unsicherheit hat China seine großen Raffinerien angewiesen, den Export von Treibstoffen vorübergehend auszusetzen und keine neuen Lieferverträge mehr abzuschließen. Mit diesem Schritt will die Führung in Peking verhindern, dass die Spannungen im Persischen Golf die heimische Energieversorgung gefährden.
Die Anweisung ging von der chinesischen Planungsbehörde National Development and Reform Commission aus. Nach Angaben aus Branchenkreisen, auf die sich die APA bezieht, wurden führende Raffinerien angewiesen, den Export raffinierter Kraftstoffe zunächst zu pausieren.
Betroffen sind unter anderem Benzin, Diesel und Kerosin. Gleichzeitig sollen neue Liefervereinbarungen mit internationalen Abnehmern vorerst nicht mehr abgeschlossen werden. Zu den Unternehmen, die die Vorgaben umsetzen müssen, zählen die großen staatlichen Energiekonzerne PetroChina, Sinopec und CNOOC. Ausnahmen gelten lediglich für Lieferungen nach Hongkong und Macau sowie für bereits eingelagerten Flugtreibstoff in Zolllagern.
Abhängigkeit vom Nahen Osten
Besonders problematisch für Peking ist die hohe Abhängigkeit von Energieimporten aus der Golfregion. Im Jahr 2025 stammten rund 57 Prozent der chinesischen Rohölimporte aus dem Nahen Osten.
Preise steigen auch innerhalb Chinas
Während die Regierung versucht, die heimische Versorgung zu sichern, steigen innerhalb Chinas die Treibstoff-Preise. Händler und Großhändler haben begonnen, Vorräte aufzubauen, um mögliche Engpässe abzufedern.
Trotz strategischer Reserven, die theoretisch für vier bis fünf Monate ausreichen könnten, hat die Regierung bereits Maßnahmen zur strengeren Ressourcennutzung eingeleitet.
Folgen für den asiatisch-pazifischen Energiemarkt
Branchenexperten erwarten, dass die Einschränkungen bei chinesischen Exporten spürbare Auswirkungen auf den asiatisch-pazifischen Energiemarkt haben könnten. Viele Staaten der Region sind traditionell auf Treibstofflieferungen aus China angewiesen.
Sollte die Exportpause länger andauern, könnte dies zu regionalen Versorgungsengpässen führen und die Preise weiter in die Höhe treiben.
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