DAX unter Druck: Börsenbeben nach Hormus-Blockade
Die Eskalation im Nahen Osten hat die internationalen Finanzmärkte in einen Zustand erhöhter Nervosität versetzt. Nachdem die strategisch bedeutende Straße von Hormus durch den Iran, faktisch blockiert wurde, reagierten Rohstoff- und Aktienmärkte umgehend. Besonders deutlich zeigte sich dies am deutschen Leitindex, dem DAX, der unter immensem Abverkauf litt.
Am Montag musste der deutsche Leitindex einen kräftigen Rückgang hinnehmen. Der DAX schloss mit einem Minus von 2,4 % bei 24.672 Punkten. Die Nervosität setzte sich am darauffolgenden Handelstag fort: Im frühen Dienstagshandel verlor der Index weitere 2,8 % und fiel zeitweise auf rund 23.930 Punkte.
Damit summierte sich der Kursverlust innerhalb von zwei Tagen auf mehr als 1.000 Punkte. Anleger reagierten mit einer klassischen Flucht aus risikoreicheren Anlageklassen. Viele Investoren sicherten Gewinne oder reduzierten ihre Aktienpositionen, um mögliche weitere Verluste zu vermeiden.
Marktanalysten sehen darin eine typische Reaktion auf geopolitische Schocks. Die Experten des Brokers ActivTrades erklärten: „Zu festgefahren scheint die militärische Situation, und es wird vermutlich noch einige Handelstage dauern, bis sich der Pulverdampf soweit lichtet, dass trotz des Krieges wieder ein gewisser Börsenalltag einkehren kann.“
Öl als Krisenbarometer
Der wichtigste Indikator für die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts bleibt der Ölmarkt. Rohöl der Nordseesorte Brent Crude Oil verteuerte sich bereits am Montagabend um fast sechs Prozent im Vergleich zum Niveau vor dem Wochenende. Auch am Dienstag setzte sich der Preisanstieg fort.
Der Hintergrund: Die iranischen Revolutionsgarden erklärten die Straße von Hormus für geschlossen und drohten, auf Schiffe zu feuern, die versuchen, die strategische Passage zu nutzen. Gleichzeitig musste Saudi-Arabien nach einem Drohnenangriff seine größte Raffinerie vorübergehend außer Betrieb nehmen.
Erste Stabilisierung an den Märkten
Nach dem heftigen Abverkauf zeigte sich zur Wochenmitte jedoch erstmals eine leichte Gegenbewegung. Der DAX konnte sich am Mittwochvormittag um rund 0,6 % auf etwa 23.930 Punkte erholen.
Diese Stabilisierung hängt vor allem mit vorsichtigen Hoffnungen zusammen, dass die internationale Schifffahrt durch militärischen Schutz wieder aufgenommen werden könnte.
Hoffnung auf militärische Absicherung der Handelsroute
Im Zentrum dieser Erwartungen steht die mögliche Rolle der Vereinigten Staaten. US-Präsident Donald Trump kündigte an, Tankertransporte in der Region notfalls durch die US-Marine schützen zu lassen.
„Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Märkte zwischen Unsicherheit und Hoffnung
Die weitere Entwicklung des deutschen Leitindexes hängt entscheidend davon ab, wie lange die Störung der Handelsroute tatsächlich anhält. Die Straße von Hormus gilt als eines der wichtigsten Nadelöhre des globalen Energiehandels – ein erheblicher Anteil des weltweit transportierten Öls passiert die Meerenge, die den persischen Golf mit dem Golf von Oman verbindet. Solange die Lage dort angespannt bleibt, dürfte auch die Nervosität an den Börsen hoch bleiben.
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