Das Amtsgericht Mannheim hat das Insolvenzverfahren über die Brauerei Eichbaum offiziell eingeleitet. Nach Angaben des Gerichts erfolgt das Verfahren in Eigenverwaltung. Das bedeutet, dass die bestehende Geschäftsführung den laufenden Betrieb weiterhin verantwortet, jedoch unter der Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters steht. Diese Form des Verfahrens soll eine Sanierung erleichtern und den Fortbestand des Unternehmens sichern.

Den Insolvenzantrag hatte Eichbaum bereits Ende Oktober gestellt. Nun sind die Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen fristgerecht anzumelden. Bis zum 11. Februar müssen offene Ansprüche beim zuständigen Sachwalter geltend gemacht werden.

Hoffnung auf Fortführung des Betriebs

Für die mehr als 300 Beschäftigten bleibt die Lage angespannt. Viele von ihnen blicken mit Sorge auf die kommenden Monate. Gleichzeitig gibt es jedoch Signale, die auf eine mögliche Rettung hindeuten. Medienberichten zufolge laufen Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren. Auch regionale Beobachter sprechen von ernsthaften Interessenten, die eine Fortführung der Brauerei nicht ausschließen.

Branche im Umbruch

Der Fall Eichbaum ist kein Einzelfall. Die gesamte Bierbranche steht unter erheblichem Druck. Sinkende Absatzzahlen, steigende Energiepreise und höhere Rohstoffkosten belasten viele Hersteller. Hinzu kommt ein spürbarer Wandel im Konsumverhalten. Vor allem jüngere Generationen greifen deutlich seltener zum Bier, während Trends wie der alkoholfreie Januar den Absatz zusätzlich dämpfen.

Eine Geschichte mit langer Tradition

Die Wurzeln der Brauerei Eichbaum reichen bis ins Jahr 1679 zurück. Über Jahrhunderte hinweg überstand das Unternehmen politische Umbrüche, Kriege und wirtschaftliche Krisen. Nun steht die älteste Brauerei Mannheims am Abgrund.