Dubai-Konzern übernimmt deutschen Verpackungshersteller: 175 Stellen fallen weg
Das abgeschlossen Insolvenzverfahren endet für viele Beschäftigte mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes. Der traditionsreiche deutsche Hersteller von Verpackungsfolien Treofan ist nach Monaten in der Insolvenz zwar gerettet worden – doch der Eigentümerwechsel markiert zugleich einen tiefen Einschnitt für den Standort.
Der neue Besitzer kommt aus dem Ausland, die Belegschaft schrumpft deutlich.
Insolvenz in Eigenverwaltung und der Weg zum Investor
Der deutsche Verpackungshersteller Treofan mit Sitz in Neunkirchen im Saarland hatte im September 2025 Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Polypropylenfolien sowie Spezialfolien für Kondensatoren spezialisiert und beschäftigte zum Zeitpunkt der Antragstellung rund 465 Mitarbeiter. Die wirtschaftliche Schieflage war Teil einer breiteren Entwicklung, die im vergangenen Jahr zahlreiche Industrieunternehmen erfasste – nicht alle überlebten diese Phase.
Im Fall Treofan gelang es jedoch, innerhalb weniger Monate einen Investor zu finden. Bereits Anfang Dezember 2025 teilte die Kanzlei Flöther & Wissing mit, dass der Standort und die Produktion fortgeführt werden könnten. Die Rettung war jedoch von Beginn an mit strukturellen Einschnitten verbunden.
Neuer Eigentümer aus Dubai übernimmt
In den ersten Wochen nach Bekanntwerden der Übernahme blieb der Name des Investors unter Verweis auf kartellrechtliche Prüfungen ungenannt. Inzwischen ist das Verfahren abgeschlossen. Wie aus Unternehmensregistern hervorgeht und auch der Saarländische Rundfunk berichtet, handelt es sich bei dem neuen Eigentümer um die Al-Ghurair-Gruppe aus Dubai. Der Standort firmiert künftig unter dem Namen Polyopt GmbH.
Mit dem Eigentümerwechsel geht ein erheblicher Personalabbau einher. Von den ursprünglich 465 Beschäftigten werden nur rund 290 Mitarbeiter übernommen. Damit entfallen 175 Arbeitsplätze. Zuvor war bereits bekannt geworden, dass etwa 160 Stellen gestrichen und zusätzlich 25 befristete Verträge nicht verlängert werden sollten.
Sanierung mit Einschnitten
Aus Sicht der Sanierungsverantwortlichen sei dieser Schritt unvermeidlich gewesen. Der Stellenabbau sei Voraussetzung dafür, den Standort wirtschaftlich neu auszurichten und unter dem neuen Gesellschafter wieder auf eine tragfähige Basis zu stellen. Für die Region und die betroffenen Beschäftigten bedeutet die Restrukturierung dennoch einen tiefen Einschnitt.
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