Entgegen dem Trend: Österreichs Jugend setzt auf Bargeld
Während in anderen Ländern das Bargeld fast schon abgeschafft wurde, bleibt Österreich standhaft – und das quer durch alle Generationen. Selbst die Jungen greifen lieber zu Scheinen und Münzen als zur Karte. Für sieben von zehn Menschen ist klar: Eine Welt ohne Bargeld darf es nicht geben.
Bargeld bleibt in Österreich generationenübergreifend das beliebteste Zahlungsmittel.IMAGO/Fotostand
Österreich trotzt dem internationalen Trend zur Kartenzahlung – und das mit Überzeugung. 71 Prozent der Menschen hierzulande bezahlen häufig bar. Damit liegt die Alpenrepublik im Spitzenfeld. Zwar ist die Nutzung im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, doch von einem Abschied vom Bargeld kann keine Rede sein. Bemerkenswert ist, dass nicht nur die Generation 55+ mit 84 Prozent am Bargeld festhält, sondern auch 57 Prozent der 18- bis 24-Jährigen gerne „cash“ zahlen, berichtete die Krone. Während in Schweden oder den Niederlanden Münzen und Scheine zunehmend verschwinden, bleibt Österreich eine echte Bargeld-Hochburg.
Klare Ansage: Bargeld darf nicht verschwinden
Für sieben von zehn Österreichern ist die Sache eindeutig: Eine Abkehr vom Bargeld darf es nicht geben. In keinem anderen Land ist diese Haltung so klar ausgeprägt. Selbst dort, wo Bargeld bereits stark an Bedeutung verloren hat, sprechen sich noch rund 40 Prozent gegen ein Verdrängen von Scheinen und Münzen aus.
Die Gründe dafür sind vielschichtig: Viele schätzen die Anonymität, andere betonen die Unabhängigkeit von Technik. Außerdem behält man mit Bargeld, so ein häufiges Argument, den besseren Überblick über die eigenen Ausgaben, während Kartenzahlungen das Bewusstsein für Geld „schmälern“.
Norden sagt Nein zum Cash – Österreich bleibt stabil
Ein Blick nach Nordeuropa zeigt, wie rasch sich Zahlungsgewohnheiten ändern können. In Schweden nutzt nur noch rund ein Viertel der Menschen häufig Bargeld. Auch in Dänemark, Finnland und den Niederlanden sind Bargeld-Fans mittlerweile in der Minderheit.
In Österreich hingegen ist die Bindung an Scheine und Münzen nach wie vor stark – selbst die geplante Einführung des digitalen Euros ändert daran wenig. Zwar geben 40 Prozent an, das neue virtuelle Geld gerne nutzen zu wollen, doch eine große Gruppe ist noch unentschlossen. Wichtig sei vor allem, dass der digitale Euro kostenlos verwendet werden kann und überall akzeptiert wird.
Kritik am digitalen Euro
Die Banken zeigen sich skeptisch. Michael Höllerer, Raiffeisen-Manager und Spartenobmann, sieht noch einige offene Fragen: Es sei nicht klar, welches Ziel das Projekt habe und welchen Vorteil es bringe. „Das ist nicht zu Ende gedacht“, so Höllerer. Er bringt stattdessen eine Initiative privater Firmen ins Spiel. „Niemand kann glauben, dass der digitale Euro die Dominanz von US-Zahlungsdienstleistern bricht oder eine Krypto-Alternative ist.“
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