Neue Zahlen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts zeigen, wie stark sich der Waffenhandel innerhalb weniger Jahre verschoben hat: Europa ist wieder zur weltweit größten Importregion für Rüstungsgüter geworden. Besonders deutlich profitiert davon ein Land – die Vereinigten Staaten.

Zwischen 2021 und 2025 haben europäische Staaten ihre Waffenimporte massiv ausgeweitet. Nach Angaben des Friedensforschungsinstituts SIPRI stiegen die Rüstungseinfuhren in diesem Zeitraum um rund 210 Prozent. Damit ist Europa erstmals seit den 1960er-Jahren wieder die Region mit dem größten Anteil am globalen Waffenimport.

Der Bericht zeigt zudem, dass auch der weltweite Handel mit militärischer Ausrüstung insgesamt gewachsen ist. Verglichen mit der Periode von 2016 bis 2020 nahm das Volumen internationaler Waffenlieferungen um 9,2 Prozent zu.

Der Ukraine-Krieg als zentraler Treiber der Nachfrage

Ein entscheidender Faktor für die steigenden Rüstungsimporte ist der Krieg in der Ukraine. Seit Beginn des Konflikts im Jahr 2022 liefern zahlreiche westliche Staaten militärische Ausrüstung an Kiew. Diese Unterstützung führte zu einem deutlichen Anstieg der Waffenlieferungen nach Europa.

Doch der Effekt beschränkt sich nicht nur auf die Ukraine selbst. Auch viele europäische Staaten haben ihre militärischen Beschaffungsprogramme erheblich ausgeweitet.

Die USA festigen ihre Rolle als wichtigster Waffenexporteur

Während Europas Nachfrage nach militärischer Ausrüstung stark wächst, profitieren vor allem die Vereinigten Staaten von dieser Entwicklung, denn sie bleiben weltweit der wichtigste Exporteur.

Für die Ukraine sind die USA weiterhin der bedeutendste Lieferant militärischer Systeme. Auch viele europäische Staaten beziehen einen großen Teil ihrer Rüstungsgüter aus amerikanischer Produktion. Neben den Vereinigten Staaten spielt auch Südkorea eine zunehmend wichtige Rolle als Lieferant moderner Waffentechnologie.

Polen steigert Waffenimporte um mehr als das Achtfache

Vor allem Polen rüstet massivst auf. Zwischen den Jahren 2021 und 2025 lagen die Waffenimporte Polens mehr als achtmal höher als in der Periode von 2016 bis 2020.

Konkret verzeichnete das Stockholmer Friedensforschungsinstitut für diesen Zeitraum einen Anstieg um 852 Prozent.