Nach aktuellen Erhebungen des Institut für Wirtschaftsforschung Halle wurden im vergangenen Jahr, in Deutschland 17.604 Insolvenzverfahren von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert. Damit wurde der höchste Wert seit zwei Jahrzehnten erreicht. Selbst im Krisenjahr 2009 lag die Zahl der Pleiten noch rund 5 % niedriger.

Mit den Pleiten gingen massive Arbeitsplatzverluste einher. Rund 170.000 Jobs waren direkt betroffen. Besonders hart traf es erneut das verarbeitende Gewerbe, in dem allein rund 62.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel standen.

Strukturprobleme rücken in den Vordergrund

Nach Einschätzung der Forscher lassen sich die aktuellen Zahlen nicht mehr mit Nachholeffekten aus der Corona-Zeit oder der jahrelangen Niedrigzinsphase erklären. Steffen Müller, Leiter der Insolvenzforschung am IWH, verweist darauf, dass sich inzwischen vor allem die grundlegenden wirtschaftlichen Probleme Deutschlands in der Statistik widerspiegeln. Hohe Energiekosten, überbordende Bürokratie, sowie rigide Steuer- und Abgabequoten machen sich bemerkbar.

Großinsolvenzen nehmen deutlich zu

Besonders die Großinsolvenzen – Unternehmen mit Jahresumsätzen von mehr als zehn Millionen Euro – nahmen 2025 deutlich zu. Einer Analyse der Unternehmensberatung Falkensteg zufolge, stieg die Zahl der Großinsolvenzen im vergangenen Jahr um rund 25 % auf 471 Fälle. Seit dem Tiefpunkt nach der Pandemie im Jahr 2021 hat sich die Zahl dieser Großpleiten somit nahezu verdreifacht.

Für das laufende Jahr rechnen die Experten nicht mit einer Entspannung. Falkensteg erwartet 2026 einen weiteren Anstieg der Großinsolvenzen um 10 bis 20 %. n.

Österreich mit hoher Zahl, aber geringeren Schäden

Auch in Österreich nahm die Zahl der Firmenpleiten 2025 weiter zu, wenngleich die Situation weniger dramatisch ausfällt. Laut dem KSV1870 meldeten im vergangenen Jahr 6.857 Unternehmen Insolvenz an – ein Plus von 4,1 % gegenüber 2024. Im Schnitt rutschten damit täglich 19 Betriebe in die Zahlungsunfähigkeit.

Besonders problematisch ist jedoch, der starke Anstieg jener Verfahren, die mangels Kostendeckung gar nicht eröffnet werden konnten. Mit über 2.600 Fällen machen diese mittlerweile rund 38 % aller Insolvenzen aus. Die volkswirtschaftlichen Folgen sind auch in Österreich erheblich: Arbeitsplätze gehen verloren, Gläubiger bleiben oft vollständig auf ihren Forderungen sitzen.