Flugreisen könnten in den kommenden Monaten deutlich teurer und unberechenbarer werden. Steigende Treibstoffkosten und die angespannte Lage im Nahen Osten setzen die Branche unter Druck – mit direkten Folgen für Passagiere.

Darauf deuten auch Berichte des Münchner Merkur hin. Demnach lag der Preis für Flugtreibstoff zuletzt nahezu 100 Prozent über dem Jahresdurchschnitt. Gleichzeitig bleibt Europa stark abhängig von Importen aus der Golfregion: Rund 40 Prozent des Kerosins stammen von dort. Wichtige Transportwege wie die Straße von Hormus gelten aktuell als besonders sensibel.

Flugbetrieb anfälliger

Doch nicht nur die Kosten steigen. Wie der Spiegel berichtet, wird auch der Flugbetrieb selbst anfälliger. Flugpläne ändern sich kurzfristig, Verbindungen fallen aus oder verschieben sich. Der Luftfahrtexperte Linus Benjamin Bauer spricht von einem „instabilen Zwischenzustand“, auf den sich Passagiere einstellen müssen.

Die Folgen sind bereits sichtbar: Die skandinavische Airline SAS kündigte an, im April mindestens 1000 Flüge zu streichen. Gleichzeitig führen Umwege um Krisengebiete zu längeren Flugzeiten und höheren Betriebskosten.

Branchenvertreter sehen vor allem dann ein ernstes Risiko, wenn das hohe Preisniveau länger anhält. Ryanair-Chef Michael O’Leary warnt vor spürbaren Folgen für die gesamte Branche, sollte die Situation über sechs Monate bestehen bleiben. In diesem Fall dürften steigende Kosten kaum noch intern abgefangen werden können.