Seit Samstagmorgen (3. Januar) war ein großer Teil der Bezirke Steglitz-Zehlendorf und angrenzender Gebiete von der Stromversorgung abgeschnitten. Zeitweise waren rund 45.000 Haushalte sowie mehr als 2.000 Unternehmen betroffen. Selbst am vierten Tag nach dem Anschlag hatten noch etwa 25.000 Haushalte und rund 1.200 Betriebe keinen Strom. Erst am Nachmittag des 7. Januars waren alle Störungen behoben.

Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Der Verdacht: politisch motivierte Sabotage. Der Bürgermeister ordnet die Tat dem linksextremistsischen Spektrum ein.

Millionenschäden für Betriebe und Selbstständige

Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden sich erst nach und nach vollständig beziffern lassen. Schon jetzt gehen die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg jedoch von Schäden in Millionenhöhe aus.

Besonders hart traf es Betriebe, die auf durchgängige Stromversorgung angewiesen sind. Hotels und Gaststätten mussten Gäste abweisen, Küchen schließen und Vorräte entsorgen. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga spricht von erheblichen Einnahmeverlusten, da Bewirtung und Beherbergung schlicht nicht möglich waren.

Auch der Einzelhandel blieb nicht verschont. Supermarktketten mussten verderbliche Ware entsorgen, Kühlketten brachen zusammen.

Kleine Betriebe besonders verwundbar

Während große Unternehmen teilweise auf Notstromaggregate zurückgreifen konnten, standen viele kleine und mittlere Betriebe vor dem Totalausfall. Für sie bedeutet ein mehrtägiger Stromausfall nicht nur Stillstand, sondern im schlimmsten Fall existenzielle Schäden. Teure Notstromlösungen sind für viele schlicht nicht finanzierbar.

Kritische Infrastruktur als leichtes Ziel

Der Anschlag wirft Licht auf den mangelhaften Schutz zentraler Versorgungsstrukturen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer spricht von gravierenden Defiziten bei der Sicherung kritischer Infrastruktur.

Dass ein einzelner Brandanschlag ausreicht, um ganze Stadtteile über Tage lahmzulegen, offenbart ein strukturelles Versagen von Staat und Kommune.

Ideologie gegen Alltag und Wohlstand

Der Fall zeigt in aller Deutlichkeit, dass linksextrem motivierte Sabotage nicht „das System“, sondern vor allem die Bevölkerung trifft. Anwohner ohne Strom, Betriebe ohne Einnahmen – sie alle zahlen den Preis für eine Gewaltideologie, die Zerstörung als politisches Mittel legitimiert.