Sinken die Temperaturen, steigt der Energiehunger. An besonders kalten Tagen liegt der zusätzliche Bedarf im Burgenland bei bis zu acht Prozent. Die Logik dahinter ist schlicht: Je größer der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenluft, desto mehr Energie wird benötigt, um Wohnräume auf einem konstanten Niveau zu halten. Darauf verweist auch Energieexperte Harald Proidl von der E-Control, der zuständigen Regulierungsbehörde für Strom und Gas.

Kleine Abweichung, spürbare Folgen

Schon geringe Temperaturschwankungen haben finanzielle Effekte. Fällt eine Woche im Schnitt um ein Grad kälter aus als üblich, summieren sich die zusätzlichen Heizkosten schnell auf mehrere Euro. Über mehrere Wochen hinweg wird daraus ein merklicher Betrag. Da der heurige Jänner im Mittel rund zwei Grad unter dem langjährigen Wert lag, ergibt sich allein für die ersten Wochen des Monats eine spürbare Mehrbelastung.

Heiztechnik entscheidet über die Höhe der Rechnung

Wie stark sich die Kälte im Geldbeutel niederschlägt, hängt wesentlich von der eingesetzten Technik ab. Gut gedämmte Gebäude reagieren weniger sensibel auf Temperaturabfälle als ältere Bausubstanz. Auch das Heizsystem spielt eine zentrale Rolle: Während Gas- oder Ölheizungen direkt mehr Brennstoff benötigen, steigt bei Wärmepumpen der Stromverbrauch, sobald sie bei tiefen Außentemperaturen mehr leisten müssen.

Gaspreise am Großmarkt – vorerst ohne Durchschlag

Parallel zu den niedrigen Temperaturen haben zuletzt auch die europäischen Großhandelspreise für Gas angezogen. Kurzfristig bedeutet das, Fachleuten zufolge, für private Haushalte jedoch meist keine unmittelbare Verteuerung. Viele Kunden verfügen über längerfristige Tarife, die Preisschwankungen am Markt abfedern und für eine gewisse Planungssicherheit sorgen. Erst wenn höhere Großhandelspreise über einen längeren Zeitraum anhalten, könnten sie sich verzögert in Endkundenpreisen niederschlagen.