Die jüngsten Aussagen der neuen Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Martha Schultz, zu möglichen Reformen sorgen für Diskussionen. Während die Ankündigungen auf den ersten Blick ambitioniert klingen, wird aus freiheitlichen Reihen davor gewarnt, sie zu reinen Luftblasen verkommen zu lassen. Entscheidend sei nicht die Rhetorik, sondern die tatsächliche Umsetzung konkreter Maßnahmen zugunsten der Unternehmer.

Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauche es rasches und entschlossenes Handeln. Halbherzige Reformschritte oder unverbindliche Systemankündigungen würden weder den Betrieben noch dem Wirtschaftsstandort Österreich helfen. Ziel müsse es sein, spürbare Verbesserungen zu erreichen und den unternehmerischen Handlungsspielraum zu erweitern.

Kritik an politischer Ausrichtung der WKO

Kritik gibt es auch an der politischen Ausrichtung der Wirtschaftskammer. Nach Ansicht der Freiheitlichen Wirtschaft müsse sich die WKO aus parteipolitischen Umklammerungen lösen und den Eindruck von Vettern- und Günstlingswirtschaft endgültig hinter sich lassen. Viele Unternehmer hätten genug von parteipolitischem Einfluss und wiederkehrenden Skandalen. Eine unabhängige Interessenvertretung könne sich wieder stärker auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und das Vertrauen der Betriebe zurückgewinnen.

FW-Bundesvorstandsmitglied René Schachner verweist darauf, dass zahlreiche gemeinnützige Organisationen in Österreich erfolgreich überparteilich arbeiten. Ein solches Handeln sei auch von der Wirtschaftskammer zu erwarten – insbesondere, da sie durch verpflichtende Beiträge hunderttausender Unternehmer finanziert werde. Unternehmer bräuchten eine starke, innovative und glaubwürdige Stimme, die ihre Anliegen ernst nehme und aktiv vertrete.