Nach Informationen aus Investorenkreisen hat OpenAI-Chef Sam Altman zuletzt die Vereinigte Arabische Emirate (VAE) besucht, um dort mit staatlichen Investmentfonds über eine neue Finanzierungsrunde zu sprechen. Das Volumen soll sich auf rund 50 Milliarden Dollar oder mehr belaufen. Sollte dieser Betrag tatsächlich eingesammelt werden, wäre es die bislang größte private Kapitalrunde eines Technologieunternehmens.

Berichten zufolge könnte der Abschluss noch vor Ende des ersten Quartals erfolgen. Über die Gespräche hatte unter anderem Bloomberg berichtet. Parallel dazu soll OpenAI auch den Kontakt zu Amazon gesucht haben, um mögliche Beteiligungen auszuloten.

Bewertungssprung in neue Dimensionen

Mit einer solchen Finanzierungsrunde würde sich auch die Bewertung des Unternehmens massiv vergrößern. Intern ist demnach von einer Unternehmensbewertung zwischen 750 und 830 Milliarden Dollar die Rede. Damit würde OpenAI schlagartig in die Liga der wertvollsten Konzerne der Welt aufrücken – in Größenordnungen, die bislang Namen wie Oracle, Samsung oder Tencent vorbehalten waren.

Bemerkenswert ist dabei das Alter des Unternehmens: OpenAI existiert seit weniger als zehn Jahren, arbeitet weiterhin mit hohen Verlusten und investiert enorme Summen in Rechenleistung, Forschung und Personal. Die Bewertung speist sich weniger aus aktuellen Erträgen als aus der Erwartung, dass OpenAI künftig eine Schlüsselrolle im globalen KI-Ökosystem einnehmen wird.

Börsengerüchte und interne Skepsis

Parallel zur Kapitalsuche reißen die Spekulationen über einen möglichen Börsengang des KI-Unternehmens nicht ab. Ein IPO würde OpenAI Zugang zu nahezu unbegrenztem Kapital verschaffen – allerdings zu einem hohen Preis. Altman selbst zeigt sich öffentlich wenig begeistert. In einem Podcast erklärte er kürzlich, seine Lust darauf, CEO eines börsennotierten Unternehmens zu sein, liege bei „null Prozent“. Öffentliche Märkte könnten zwar Wert schaffen, räumte er ein, brächten aber auch erhebliche Einschränkungen mit sich.

Gleichzeitig macht Altman jedoch keinen Hehl daraus, dass der Finanzbedarf enorm ist. Der Aufbau und Betrieb leistungsfähiger KI-Modelle verschlingt Milliarden. Private Investoren stoßen dabei zunehmend an ihre Grenzen.