Geopolitische Eskalation: China verhängt Handelsbeschränkungen gegen japanische Firmen
Die geopolitischen Spannungen im asiatisch-pazifischen Raum verhärten sich. China hat 20 japanische Unternehmen mit sofortiger Wirkung auf eine Exportbeschränkungsliste gesetzt. Damit verschärft Peking den Druck auf Tokio – und nutzt erneut wirtschaftspolitische Instrumente, um sicherheitspolitische Interessen durchzusetzen. Betroffen sind namhafte Konzerne aus der Rüstungs-, Luftfahrt- und Hightechbranche
Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi traf am 31. Oktober 2025 am Veranstaltungsort zu einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Gyeongju, Südkorea, ein. Das Treffen fand am Rande der 32. APEC-Wirtschaftsführertagung statt.GETTYIMAGES/VCG / Kontributor
Im Zentrum der Maßnahme stehen sogenannte Dual-Use-Produkte – also Güter, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können. Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums dürfen die gelisteten Firmen künftig keine entsprechenden Waren mehr aus China beziehen.
Zu den betroffenen Unternehmen zählen mehrere Tochtergesellschaften von Mitsubishi Heavy Industries, einem der bedeutendsten Industriekonzerne Japans. Auch weitere Firmen aus der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie sind erfasst.
Peking begründet den Schritt mit dem Schutz der nationalen Sicherheit und der Einhaltung internationaler Verpflichtungen. Die Exportkontrollen erstrecken sich zudem auf ausländische Unternehmen oder Einzelpersonen, die aus China stammende Dual-Use-Güter an die betroffenen japanischen Firmen weiterleiten wollen.
Neben den unmittelbar sanktionierten Unternehmen hat China weitere 20 japanische Firmen auf eine Beobachtungsliste gesetzt. Darunter befinden sich unter anderem der Autobauer Subaru, der ebenfalls im Luftfahrtsektor aktiv ist, der Werkstoffspezialist Mitsubishi Materials sowie der Elektronikkonzern TDK.
Handelskonflikte auf mehreren Fronten
China steht bereits in angespannten Wirtschaftsbeziehungen zu den USA und der Europäischen Union. Dennoch scheint Peking nicht davor zurückzuschrecken, weitere wirtschaftliche Hebel in Bewegung zu setzen. Die neuen Restriktionen gegen japanische Unternehmen verdeutlichen dies.
Zollstreit hat Auswirkungen bis nach Österreich
Der verschärfte Zollkonflikt trifft auch österreichische Betriebe. Die EU-Kommission hat Anfang Februar die Importzölle auf Keramik- und Porzellanprodukte aus China drastisch angehoben. Seit dem 7. Februar 2026 gelten einheitliche Abgaben von 79 %. Zuvor lagen sie zwischen 13,1 und 36,1 %. Die Vorarlberger Mäser Group rechnet vor diesem Hintergrund mit erheblichen Mehrkosten. Nach Angaben der Wirtschaftspresseagentur importiert das Unternehmen jährlich über 100 sogenannte 40-Fuß-Container mit Keramikgeschirr aus China.
Geschäftsführender Gesellschafter Hanno Mäser erklärte dem ORF: „Je nach Produktsortiment bedeuten die neuen Zollsätze für uns eine Mehrbelastung pro Container von bis zu 30.000 Euro. In Summe rechnen wir also mit einer jährlichen Kostensteigerung von etwa 3,5 Millionen Euro.“
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