Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise: Trotz Überschuss explodieren Kosten
Der Ölmarkt steht im Jahr 2026 vor großen Herausforderungen: Einerseits stehen ein Anstieg des Ölangebots und eine steigende Nachfrage im Konflikt, andererseits beeinflussen geopolitische Spannungen den Markt. Trotz massiver Überschüsse steigen die Rohölpreise aufgrund der Unsicherheit im Iran und in Venezuela.
Trotz massiver Ölüberschüsse steigen die Rohölpreise aufgrund geopolitischer Spannungen.GETTYIMAGES/chain45154
Der weltweite Ölmarkt steht im Jahr 2026 vor einem paradoxen Szenario: Das Ölangebot steigt stetig, gleichzeitig gibt es einen Überschuss an Rohöl, der die Preise eigentlich drücken sollte. Geopolitische Spannungen im Iran und in Venezuela lassen jedoch die Rohölpreise steigen. Dieses komplexe Zusammenspiel wird die Märkte auch im kommenden Jahr beschäftigen.
Ölangebot steigt, doch Nachfrage bleibt angespannt
Die Internationale Energieagentur (IEA) prognostiziert, dass das weltweite Ölangebot bis 2026 um 2,5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) steigen wird. Doch auch die Nachfrage wird um rund 930.000 Barrel pro Tag (bpd) steigen, sodass ein erheblicher Überschuss an Rohöl entstehen wird. Ein Großteil des Nachfragesteigerungswachstums entfällt auf Nicht-OECD-Länder, was vor allem auf die wirtschaftliche Erholung nach den pandemiebedingten Schwankungen zurückzuführen ist.
Geopolitische Spannungen und ihre Auswirkungen auf die Preise
Die geopolitischen Entwicklungen im Iran und in Venezuela haben zu einem starken Anstieg der Ölpreise geführt. So stiegen die Rohölpreise zu Jahresbeginn um 6 US Dollar pro Barrel, da in den betroffenen Regionen Unsicherheit herrscht. Diese geopolitischen Unsicherheiten beeinflussen die Preise direkt. Dennoch liegen die Preise weiterhin um 16 US Dollar pro Barrel unter dem Vorjahresniveau, was den anhaltenden Angebotsüberschuss widerspiegelt.
Rückgang der Ölproduktion und die Rolle von Russland
Die weltweite Ölproduktion hat sich zuletzt verringert, was insbesondere auf Produktionskürzungen in Kasachstan und den OPEC-Staaten im Nahen Osten zurückzuführen ist. Russland konnte seine Produktion jedoch trotz der angespannten Situation in der Energieinfrastruktur deutlich steigern, was zur Stabilisierung der globalen Produktion beiträgt. Trotz dieser Schwankungen verfügt der Markt über einen erheblichen Puffer, der die Preise stabilisiert.
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