Gift in Säuglingsnahrung: EU verschärft Kontrollen nach internationalem Rückruf
Eltern vertrauen darauf, dass Babynahrung höchsten Sicherheitsstandards entspricht. Doch nun sorgt ein bakterielles Toxin für weltweite Rückrufe – und wirft Fragen zur Transparenz der Hersteller auf. Die EU verschärft darum die Einfuhrkontrollen, doch das Vertrauen ist bereits beschädigt.
Die Europäische Union verschärft ab sofort die Einfuhrkontrollen für Arachidonsäure-Öl aus China. Konkret soll künftig jede zweite Sendung dieser Zutat gezielt auf das Bakteriengift Cereulid untersucht werden. Grundlage ist eine im EU-Amtsblatt veröffentlichte Entscheidung, die auf Erkenntnissen der European Food Safety Authority basiert.
Nach Angaben der Behörde in Parma war Arachidonsäure-Öl, das in der Produktion von Säuglingsnahrung eingesetzt wird, verunreinigt. Die EU reagiert damit auf eine Reihe internationaler Rückrufe, die in den vergangenen Wochen publik wurden.
Was ist Cereulid?
Cereulid ist ein Toxin, das von bestimmten Bakterien gebildet wird. Bereits kurze Zeit nach dem Verzehr – zwischen 30 Minuten und sechs Stunden – kann es zu plötzlicher Übelkeit, Erbrechen und starken Magenschmerzen kommen. Gerade für Säuglinge stellt die giftige Substanz ein erhebliches Risiko da
Rückrufe in Dutzenden Ländern
Bereits im Januar hatten Danone und Nestlé mehrere Chargen ihrer Babynahrung vom Markt genommen. Betroffen waren Produkte wie Babymilchpulver der Marken wie Beba oder Alfamino, die auch in Österreich erhältlich sind. Nach bisherigen Angaben erstreckt sich der Rückruf auf rund 60 Länder und mehr als 800 Produkte aus über zehn Nestlé-Werken weltweit.
Doch nicht allein die Verunreinigung sorgt für Kritik. Beobachter bemängeln, dass zwischen ersten internen Erkenntnissen und einer breiteren öffentlichen Information offenbar Wochen vergingen. Ein langer Zeitraum, der die Gesundheit unzähliger Säuglinge aufs Spiel gesetzt hat.
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