In einer jüngst veröffentlichten Analyse verweisen die Strategen der Investmentbank auf veränderte Nachfrageprofile. Vor allem private Anleger hätten ihre Goldpositionen nicht mehr als kurzfristige Absicherung aufgebaut, sondern als strukturellen Bestandteil ihrer Vermögensallokation. Diese Käufe seien deutlich stabiler als frühere taktische Engagements und würden den Preis dauerhaft auf ein höheres Niveau heben.

Vor diesem Hintergrund hat Goldman Sachs seine Erwartung für das Jahresende 2026 nach oben angepasst. Die Bank rechnet nun mit einem Goldpreis von rund 5.400 US-Dollar je Unze – ein spürbarer Aufschlag um 10 Prozent, gegenüber früheren Schätzungen. Sinkende Zinsen, eine wachsende Nachfrage nach börsengehandelten Goldfonds sowie ein anhaltend hohes Interesse der Notenbanken gelten als zentrale Treiber.

Zentralbanken als stille Preistreiber

Neben privaten Investoren spielen die Notenbanken eine Schlüsselrolle. Laut den Prognosen von Goldman Sachs könnten die weltweiten Goldkäufe der Zentralbanken im Jahr 2026 im Durchschnitt rund 60 Tonnen pro Monat erreichen. Besonders aktiv zeigen sich dabei Staaten, die ihre Währungsreserven breiter aufstellen wollen. Ein Beispiel ist Polen, das angekündigt hat, seine Goldbestände deutlich auszubauen.

Rekordrallye mit historischer Dimension

Zuletzt hat der Goldpreis eine starke Kursentwicklung hingelegt. Innerhalb eines Jahres, in 2025, hat der Goldpreis um mehr als 70 % zugelegt und mehrere Höchststände überschritten. 2025 war für Gold das stärkste Jahr seit 1979. Zuletzt notierte das Edelmetall nur noch knapp unter seinem bisherigen Allzeithoch. Für viele Marktteilnehmer ist dies ein Signal, dass sich Gold in einer neuen Bewertungsphase befindet.