Halbe Milliarde Verlust pro Tag: Iran-Krieg erschüttert Tourismusbranche
Der Nahost-Konflikt hinterlässt tiefe Spuren – auch wirtschaftlicher Natur. Besonders stark ist der Tourismussektor der Golfregion betroffen. Flughäfen, Hotels und Reiseunternehmen verzeichnen massive Einbußen.
Nach Schätzungen des World Travel & Tourism Council (WTTC) verliert die Region derzeit täglich Einnahmen in Höhe von rund 515 Millionen Dollar. Ursache ist vor allem der drastische Rückgang des internationalen Reiseverkehrs seit Beginn der militärischen Eskalation rund um den Iran.
Das wiegt schwer, denn die Prognosen der Organisation für das Jahr 2026 sahen ursprünglich deutlich optimistischer aus. Vor Eskalation des Iran-Konflikts wurde sogar erwartet, dass internationale Besucher im Laufe des Jahres rund 207 Milliarden Dollar in den Ländern des Nahen Ostens ausgeben würden. Angesichts der Eskalation im Iran wird dieser Wert jedoch wohl deutlich unterschritten werden.
Flughäfen als wirtschaftliche Lebensadern
Besonders hart trifft die Krise die Luftfahrt. Die großen internationalen Drehkreuze der Golfregion gelten als zentrale Verbindungspunkte zwischen Europa, Asien und Afrika. Normalerweise passieren täglich rund 526.000 Passagiere die Flughäfen: Dubai, Abu Dhabi, Doha, sowie Bahrain.
Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen ist der Luftverkehr jedoch stark eingeschränkt. Gesperrte Lufträume und Sicherheitsbedenken führen dazu, dass zahlreiche Flugverbindungen reduziert, bzw. ganz gestrichen wurden.
Airlines verzeichnen drastischen Einbruch der Flugzahlen
Negative Auswirkungen zeigen sich folglich besonders deutlich bei den großen Fluggesellschaften der Region. Nach Daten der Flugtracking-Plattform Flightradar24 absolvierte Emirates am 24. Februar noch 527 Flüge, Etihad Airways 325 Flüge und Qatar Airways 563 Flüge. Nur zwei Wochen später hat sich das Bild dramatisch verändert. Am 10. März registrierte die Plattform lediglich noch 309 Flüge bei Emirates, 56 bei Etihad und 66 bei Qatar Airways.
Die drastische Reduzierung der Flugbewegungen bedeutet nicht nur weniger Einnahmen für die Airlines selbst. Auch zahlreiche Zulieferer, Flughäfen und Dienstleister verlieren damit wichtige Geschäftserlöse.
Hotels, Restaurants und Handel spüren Rückgang der Besucher
Die Folgen der Krise reichen jedoch weit über die Luftfahrt hinaus. Der Rückgang der internationalen Gäste trifft auch viele andere Branchen der regionalen Wirtschaft. Hotels verzeichnen sinkende Auslastungen, Restaurants bleiben leer und auch Einzelhandel sowie Märkte verlieren einen großen Teil ihrer internationalen Kundschaft.
In vielen Städten wie Dubai oder Abu Dhabi sind Touristen, bzw. Auswanderer ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Fallen diese Ströme weg, brechen gleichzeitig Umsätze stark ein.
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