Handel zieht ernüchternde Bilanz: Kosten explodieren, Politik muss reagieren
Der österreichische Handel blickt auf ein schwieriges Jahr zurück. Bei der Neujahrs-Pressekonferenz wurden stagnierende Umsätze, Rekordinsolvenzen und explodierende Kosten thematisiert – verbunden mit klaren Forderungen an die Politik.
Der heimische Handel steht weiterhin massiv unter Druck. Kriege, hohe Energiepreise, Inflation und zunehmende Bürokratie haben 2025 deutliche Spuren hinterlassen. Laut Handelsverband verzeichnete die Branche stagnierende Umsätze, gleichzeitig aber die meisten Insolvenzen aller Wirtschaftszweige. Mehr als 1.200 Betriebe mussten aufgeben – das dritte Rekordpleitejahr in Folge.
Trotzdem zeigt sich der Handel widerstandsfähig. In Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Omnichannel-Strategien, Kreislaufwirtschaft oder Longevity zählt die Branche europaweit zu den Innovationsführern. Bereits rund zwei Drittel der Händler setzen KI-Tools ein – etwa in Logistik, Marketing oder Kundenservice.
Sorgen bereitet jedoch die Kostenentwicklung: Energie, Löhne, Mieten und Gebühren steigen schneller als die Umsätze. Besonders problematisch sei laut Handelsverband der Energiesektor, in dem fehlender Wettbewerb die Preise hochhalte. Auch die Bürokratiebelastung wächst weiter – allein in den vergangenen fünf Jahren wurden tausende neue EU-Regelungen eingeführt.
Empfehlungen an die Politik
Vor diesem Hintergrund präsentierte der Handel fünf Empfehlungen an die Politik: Bürokratieabbau, leistbare Energie, wettbewerbsfähige Arbeitskosten, faire Regeln im Onlinehandel und eine Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich. Der Ausblick auf 2026 bleibt verhalten: Ein nachhaltiger Aufschwung sei möglich – aber nur, wenn politischen Ankündigungen endlich Taten folgen.
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