Während in der öffentlichen Wahrnehmung oft von Sanierungen und Fortführungen die Rede ist, zeigt sich hinter den Kulissen ein anderes Bild: Für viele Handwerksbetriebe in der Wertschöpfungskette entstehen massive finanzielle Verluste, die nur schwer zu verkraften sind.

Insolvenzen häufen sich seit Jahren

Bundesweit, vor allem jedoch in Vorarlberg nehmen die Pleiten im Bau- und insbesondere im Bauträgerbereich seit rund vier Jahren immer weiter zu. Immer wieder enden Projekte in Konkursverfahren oder Sanierungen mit geringen Rückzahlungen an Gläubiger. Die Folgen treffen vor allem jene Unternehmen, die direkt an Bauprojekten beteiligt sind – insbesondere kleinere Handwerks- und Gewerbebetriebe.

Handwerker tragen das größte Risiko

Während Banken Kredite großer Unternehmen häufig durch Sicherheiten wie Grundstücke absichern, stehen Handwerksbetriebe deutlich schlechter da. Sie verfügen in der Regel über keine vergleichbaren Sicherheiten und sind gleichzeitig stark vom Wettbewerbsdruck geprägt, der Anzahlungen oft erschwert. Kommt es zur Insolvenz eines Bauträgers, bleiben offene Rechnungen häufig ganz oder teilweise unbezahlt.

Hohe Verluste sind keine Ausnahme

Besonders dramatisch wird die Situation bei Sanierungsverfahren. Wird beispielsweise eine Quote von 20 Prozent festgelegt, bedeutet das im Umkehrschluss einen Forderungsausfall von 80 Prozent für die betroffenen Betriebe.

Gerade jene, die erst in der Endphase eines Bauprojekts tätig werden – etwa Installateure, Elektriker, Trockenbauer, Verputzer oder Maler – sind dadurch besonders bedroht.

Prominente Pleiten – Der Fall Süba

Die wohl bekannteste und folgenreichste Bauträger-Pleite des vergangenen Jahres, war die der SÜBA AG aus Wien. Das Unternehmen, das über mehr als 40 Jahre am Markt tätig war und zur SÜBA Immobilien Gruppe gehörte, meldete im April 2025 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung an. Die Dimensionen dieses Falls sind erheblich: Die Verbindlichkeiten beliefen sich auf rund 226 Millionen Euro, etwa 95 Gläubiger waren betroffen und rund zehn Beschäftigte direkt involviert.

Zwar sah ein Sanierungsplan vor, 20 Prozent der Forderungen innerhalb von zwei Jahren zu begleichen, doch bereits die erste Teilzahlung von fünf Prozent, die bis spätestens Ende September 2025 hätte erfolgen sollen, blieb aus.