Das Jahr 2025 verlief aus Sicht der Forstwirtschaft bemerkenswert ruhig. Weder massive Borkenkäferschäden noch größere Extremwetterereignisse zwangen Waldbesitzer dazu, große Mengen an Schadholz rasch und günstig auf den Markt zu bringen. Auch der Winter zeigte sich bislang milde, ohne schweren Schneebruch oder großflächige Verluste.

Diese ungewöhnliche Stabilität im Wald hat den Holzmarkt spürbar verknappt. Wo sonst Überangebote die Preise dämpfen, fehlt derzeit billiges Holz – mit der Folge, dass die Erlöse für Rundholz neue Rekordmarken erreichen.

130 Euro pro Festmeter: Preise auf historischem Niveau

Am Markt wird klar zwischen unterschiedlichen Holzqualitäten unterschieden. Rund 70 % eines gefällten Baumes entfallen auf hochwertiges Rundholz, das vor allem im Wohn- und Hochbau eingesetzt wird. Die restlichen 30 % werden als Industrie- oder Energieholz genutzt.

Für das Rundholz müssen Käufer derzeit tief in die Tasche greifen. Ein Festmeter wird aktuell mit rund 130 Euro gehandelt – ein Preisniveau, das noch vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wäre. Für Waldbesitzer bedeutet das außergewöhnlich hohe Einnahmen, für die weiterverarbeitenden Betriebe hingegen wächst der finanzielle Druck.

Blick nach Deutschland: Knappheit als Dauerzustand

Ein Blick über die Grenze zeigt, dass es sich keineswegs um ein österreichisches Sonderphänomen handelt. Auch auf dem deutschen Holzmarkt sind die Preise für Fichte und Kiefer zu Beginn des Jahres 2026 auf neue Höchststände geklettert. Die Knappheit ist dort inzwischen so ausgeprägt, dass von einer akuten Rohstoffunterversorgung gesprochen wird.

Für das Leitsortiment Fichte B 2b+ bewegen sich die Nettopreise je Festmeter, laut dem Branchenmagazin agrarheute, aktuell im Bereich von rund 129 bis 132 Euro – in einzelnen Regionen sogar darüber.