Betroffen sind etwa 125 Hotels in Österreich und Deutschland sowie zentrale Verwaltungs- und Holdingstrukturen.

Die laufenden Hotels bleiben geöffnet, die Beschäftigten bleiben an Bord. Die Gehaltszahlungen für die Monate Januar bis März 2026 sollen über eine Vorfinanzierung der Agentur für Arbeit abgesichert werden.  Zur Stabilisierung der Verfahren wurde die Kanzlei GT Restructuring mit der Geschäftsführung der betroffenen Gesellschaften betraut.

Ziel ist es, den Hotelbetrieb ohne Einschnitte fortzuführen und parallel eine Sanierung einzuleiten, die bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Die Eigenverwaltung eröffnet dabei den nötigen Spielraum, um operative Abläufe zu ordnen und Investoren anzusprechen, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.

Der Preis eines überambitionierten Wachstumskurses

Was auf dem Papier lange nach einer Erfolgsgeschichte aussah, entwickelte sich zuletzt zur strukturellen Belastung. Innerhalb weniger Jahre wuchs die Hotelgruppe von wenigen Dutzend auf rund 250 Hotels in zwölf Ländern. Allein zwischen 2020 und heute verfünffachte sich die Zahl der Häuser. Dieses Tempo brachte letztlich Nebenwirkungen mit sich: Parallelstrukturen, hohe Integrationskosten und ein steigender Verwaltungsaufwand ließen die Fixkosten durch die Decke gehen.

Der deutsche Standort als Kostenfaktor

Hinzu kam die Kostenkrise am Standort Deutschland. Steigende Lohn- und Mindestlohnsätze, hohe Energiepreise, wachsende Mietbelastungen sowie teurere Lebensmittel haben die Margen im Hotelgeschäft spürbar erodiert. Der geplante Umsatz für 2025 konnte nicht erreicht werden.

Gemeinsam mit den gerichtlich bestellten Sachwaltern und dem Gläubigerausschuss arbeitet das Management nun an einer Neuordnung. Kern der Strategie ist es, internationale Investoren einzubinden, die Kapital und langfristige Perspektiven mitbringen.