Infineon setzt auf KI: Milliardenmarkt überholt das Autogeschäft
Der weltweite Ausbau von KI-Rechenzentren verleiht dem deutschen Halbleiterkonzern Infineon Rückenwind. Es entseht eine neue Dynamik – bei Umsatz, Gewinn und Investitionen. Die Autosparte schwächelt jedoch auch weiterhin.
Im Auftaktquartal des laufenden Geschäftsjahres konnte Infineon in einem insgesamt verhaltenen Marktumfeld gute Ergebnisse erzielen. Der Umsatz des Konzerns stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf knapp 3,7 Milliarden Euro. Noch deutlicher fiel der Zuwachs beim operativen Ergebnis aus: Das Segmentergebnis legte auf 655 Millionen Euro zu, die Marge verbesserte sich auf 17,9 Prozent.
Unter dem Strich erwirtschaftete Infineon in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres einen Gewinn von 256 Millionen Euro.
Treiber dieser Entwicklung ist vor allem das Geschäft mit Komponenten für Künstliche Intelligenz. Der Bedarf an leistungsfähigen Chips für Serverfarmen und Rechenzentren wächst rasant und beschert dem Dax-Konzern steigende Erlöse.
Konzernchef Jochen Hanebeck spricht von einer außergewöhnlich dynamischen Entwicklung. Die Nachfrage nach KI-Lösungen habe dem Unternehmen deutlichen Schub verliehen. Entsprechend optimistisch fallen die Erwartungen aus: Die Umsätze mit KI-bezogenen Produkten sollen in naher Zukunft deutlich steigen und mittelfristig ein zentrales Standbein des Konzerns werden.
Investitionsoffensive wird ausgeweitet
Als Reaktion auf die starke Nachfrage hebt Infineon seine Investitionspläne spürbar an. Für das laufende Geschäftsjahr stellt der Konzern rund 500 Millionen Euro zusätzlich bereit. Insgesamt sollen die Ausgaben damit auf etwa 2,7 Milliarden Euro anwachsen – deutlich mehr als ursprünglich vorgesehen.
Ein wesentlicher Teil dieser Mittel fließt in den beschleunigten Hochlauf neuer Fertigungskapazitäten. Besonders im Fokus steht dabei die neue Smart Power Fab in Dresden, deren Inbetriebnahme für den Sommer geplant ist. Der schnellere Ausbau soll sicherstellen, dass Infineon den Bedarf aus dem KI-Sektor zeitnah bedienen kann.
Ein Schatten im Automobilbereich
So dynamisch sich das KI-Segment entwickelt, so verhalten zeigt sich ein anderer zentraler Geschäftsbereich. Das Automobilgeschäft, lange Zeit eine tragende Säule des Konzerns, bleibt unter Druck. Die Nachfrage aus der Branche entwickelt sich schwächer, nicht zuletzt bedingt durch die Krisensituation unter der die heimischen Autobauer leiden. Volkswagen, BMW & Co. sind nicht wettbewerbsfähig im Bereich der E-Mobilität, was zu einem starken Einbruch des Absatzes führt und wiederum auch auf die Zulieferer abfärbt.
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