Inflation, Spritpreise und Verbrenner-Aus: Ökonomin kritisiert staatliche Verbote
Die Ökonomin Monika Köppl-Turyna spricht im Videopodcast „Message Macht Medien“ auf krone.tv über steigende Spritpreise, mögliche Markttricksereien und die Entwicklung der Inflation. Besonders kritisch sieht sie politische Verbote wie das Aus für Verbrennungsmotoren.
Monika Köppl-Turyna, Direktorin des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria am Donnerstag, 21. August 2025, während einer PK zum Thema "Wie wirkt der ESC 2026 auf Österreichs Wirtschaft?" in Wien.APA/GEORG HOCHMUTH
„Schummeln da manche derzeit mit den Tankstellen und mit den Preisen?“, will Kommunikationsexperte Gerald Fleischmann von seiner Gesprächspartnerin wissen. Hintergrund sind Vorwürfe von Autofahrerclubs, wonach die Preise schneller steigen als die tatsächlichen Kosten.
Köppl-Turyna sieht zumindest Spielraum für solche Effekte. „Wenn man Marktmacht hat und beispielsweise eine Tankstelle, wo es keine Ausweichmöglichkeiten gibt, irgendwo am Land, wird diese Situation für sich nutzen“, sagt sie. In Zeiten hoher Inflation könnten Unternehmen Preissteigerungen leichter durchsetzen, weil Konsumenten schwer einschätzen könnten, was tatsächlich gerechtfertigt sei.
Inflation könnte weiter steigen
Gesprochen wird im Podcast auch über die weitere Entwicklung der Teuerung. Zuletzt lag die Inflation im Jänner bei zwei Prozent, für Februar wird sie auf rund 2,2 Prozent geschätzt.
Für die kommenden Monate erwartet Köppl-Turyna zunächst eine ähnliche Größenordnung. „Im März wird ein Zweier vorne bleiben“, sagt sie. Sollte sich die Situation jedoch ähnlich entwickeln wie während der Ukraine-Krise, könnten die Preissteigerungen deutlich stärker ausfallen.
Kritik an Verbrennerverbot
Deutlich positioniert sich die Ökonomin auch in der energiepolitischen Debatte. Auf die Frage, ob sie ein Verbot von Verbrennungsmotoren befürwortet, antwortet sie klar: „Na, absolut nicht.“
Ein solches Verbot schließe technologische Entwicklungen aus, etwa bei sogenannten E-Fuels. Diese könnten zwar im Verkehr teuer und ineffizient sein, für industrielle Anwendungen aber eine wichtige Rolle spielen.
Der Staat sollte ihrer Ansicht nach keine einzelnen Technologien festlegen. „Es ist nicht gut, wenn der Staat sagt: Das ist die Technologie der Zukunft und keine andere“, sagt Köppl-Turyna. Wichtig seien stattdessen breite Steuerungsinstrumente wie Preise oder Emissionshandel – Innovation solle möglichst offen bleiben.
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