Bei der betroffenen Gesellschaft handelt es sich um eine frühere Beteiligungsholding, die unter dem Namen DOTS Beteiligung GmbH firmierte. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen seine operative Funktion jedoch schrittweise verloren. Mitarbeiter sind nach Angaben aus dem Umfeld der Gesellschaft nicht betroffen, da die RHC Invest bereits seit längerer Zeit kein aktives Geschäft mehr betreibt.

Zwar zählten in früheren Jahren bekannte Wiener Szene-Locations wie der „X Club“ oder das „Vie i Pee“ zum Portfolio, diese Beteiligungen wurden jedoch längst in neue gesellschaftliche Strukturen überführt. Sie stehen nach Angaben der Insolvenzbetroffenen seit geraumer Zeit nicht mehr unter dem Einfluss der nun insolventen Gesellschaft. Der laufende Betrieb der Clubs werde daher ohne Einschränkungen fortgeführt.

Pratersauna zuletzt noch angebunden

Bis zuletzt trat die RHC Invest formell noch als der Pächter der Wiener Pratersauna auf. Das Objekt wurde allerdings an die Betreibergesellschaft „Prater Nostra GmbH“ weitervermietet. Auch hier sollen sich aus dem Konkursverfahren keine unmittelbaren Konsequenzen für den Betrieb ergeben.

Der Fall unterstreicht erneut, wie stark sich gesellschaftsrechtliche Konstruktionen in der Gastronomie- und Eventbranche verändern können – insbesondere dann, wenn Beteiligungsgesellschaften ihre operative Rolle verlieren, während einzelne Betriebe längst ausgelagert oder neu strukturiert wurden.

Insolvenzwelle trifft auch Traditionsbetriebe

Die Insolvenzwelle trifft Wien stark. Dass es sich bei der RHC-Pleite nicht um einen Einzelfall handelt, zeigt ein weiterer prominenter Konkurs aus Wien. Nur zwei Tage zuvor war die Sanierung der traditionsreichen Quester Baustoffhandel GmbH endgültig gescheitert. Nach über 90 Jahren Firmengeschichte konnte kein Investor für die Holdingstruktur gefunden werden. Das laufende Sanierungsverfahren wurde eingestellt, ein Konkurs für die Holding ist beantragt.

Der Baustoffhändler war bereits 2025 in wirtschaftliche Turbulenzen geraten, nachdem Gehaltsrückstände öffentlich wurden. Trotz zwischenzeitlicher Hoffnungen auf eine Rettung mussten bereits zahlreiche Filialen geschlossen werden. Mit dem Scheitern der Investorenverhandlungen dürfte nun auch für den Kernbetrieb das Aus besiegelt sein.