Die Versicherer Gard, Skuld, NorthStandard, London P&I Club und American Club teilten mit, dass die Kündigungen des Versicherungsschutzes ab Donnerstag in Kraft treten. Dies betreffe iranische Gewässer sowie den Persischen Golf und angrenzende Seegebiete. Der japanische Versicherungskonzern MS&AD Insurance erklärte, ebenfalls den Abschluss neuer Policen für Kriegsrisiken in den Gewässern um den Iran und Israel ausgesetzt zu haben.

Kosten für Öltransporte dürften weiter zulegen

Die Kosten für Öltransporte vom Nahen Osten nach Asien dürften Händlern und Analysten zufolge weiter zulegen. Die Tarife auf der wichtigen Route – im Fachjargon als TD3C bezeichnet – haben sich seit Anfang des Jahres bereits verdreifacht. Ein Schiffsmakler bezifferte die Spot-Rate – der aktuelle Marktpreis für den sofortigen Transport – für einen sehr großen Rohöltanker auf der Strecke vom Nahen Osten nach China am Montag auf mindestens 12 Mio. Dollar (10,2 Mio. Euro).

“Die Raten für TD3C stiegen bereits vor den Angriffen exponentiell an und dürften hoch bleiben, da die Länder sich bemühen, ihren Energiebedarf zu decken”, sagte Analyst Emril Jamil vom Londoner Börsenbetreiber LSEG. Durch die Straße von Hormuz wird rund ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg gehandelten Öls transportiert.

Mindestens 150 Schiffe vor Anker

Spekulationen auf höhere Frachtraten und knappe Kapazitäten lassen unterdessen Anleger bei Aktien europäischer Reedereien zugreifen. Die Papiere von Maersk und Hapag-Lloyd legten um sieben beziehungsweise vier Prozent zu. Beide Container-Reedereien haben Schiffsdurchfahrten in der Straße von Hormuz bis auf weiteres ausgesetzt. Am Sonntag begannen sie, auch den Suezkanal und die Meerenge Bab al-Mandab zu meiden, und leiten ihre Schiffe nun wieder um Afrika herum. Dies verknappt die Transportkapazitäten und dürfte die Frachttarife steigen lassen. Auch die Aktien der nordischen Tanker-Reedereien Torm und Frontline legten um rund fünf Prozent zu.

Israel und die USA greifen seit Samstag den Iran an, der seither zurückschlägt. Am Sonntag lagen Schiffsdaten zufolge mindestens 150 Schiffe, darunter Öl- und Flüssiggastanker, in der Meerenge von Hormuz und den umliegenden Gewässern vor Anker. Einem Händler zufolge könnte die Störung zudem die Nachfrage nach längeren Routen aus den USA und Westafrika erhöhen, was die Frachtpreise auch dort in die Höhe treiben würde.