„Jobwunder Wiener Rathaus“ - Trotz Rekordschulden baut Stadt Personalbestand weiter aus
Während Unternehmen in ganz Österreich über akuten Arbeitskräftemangel klagen, läuft es in Wiens Stadtverwaltung genau umgekehrt: Dort wächst der Personalstand seit Jahren kräftig. Eine Grafik von Statistik Austria zeigt eindrucksvoll, wie stark die Beschäftigung der Stadt Wien seit 2008 zugelegt hat – gemessen in Vollzeitäquivalenten.
Der langfristige Trend lässt sich klar ablesen. 2008 lag der gesamte Personalstand der Stadt Wien noch deutlich niedriger. In den Folgejahren stagnierte die Zahl der Beamten oder ging zurück. Gleichzeitig nahm die Zahl der Vertragsbediensteten nahezu kontinuierlich zu – Jahr für Jahr.
Beschäftigungsboom der Stadt Wien
— Agenda Austria (@AgendaAustria) January 4, 2026
In den letzten Jahren hat man in Wien zwar kräftig #Beamte abgebaut, doch die Zahl der Vertragsbediensteten hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt.
In Summe ist der Personalbestand seitdem um mehr als ein Fünftel gestiegen. Die Beschäftigten… pic.twitter.com/uE9Xfy7UPo
Besonders auffällig ist, dass dieser Anstieg selbst in wirtschaftlich angespannten Zeiten nicht gebremst wurde. Während andere Bereiche sparen mussten, wuchs die Wiener Verwaltung weiter. Das Ergebnis: ein Personalstand, der heute deutlich über jenem von vor 15 Jahren liegt.
Auslagerungen nicht einmal eingerechnet
Brisant ist dabei ein entscheidender Punkt: Die Grafik enthält nicht einmal die Beschäftigten ausgelagerter Unternehmen. Vor allem der Wiener Gesundheitsverbund, einer der größten Arbeitgeber der Stadt, ist in diesen Zahlen nicht berücksichtigt.
Das bedeutet: Der tatsächliche Personalaufwand der Stadt Wien liegt real noch höher, als es die offiziellen Zahlen zu den Vertragsbediensteten und Beamten vermuten lassen. Die Verwaltung ist also größer, als sie auf den ersten Blick scheint.
Gemeinden bauen auf – Wirtschaft sucht Personal
Der Beschäftigungsboom ist kein rein Wiener Phänomen. Laut Agenda Austria haben Gemeinden österreichweit in den vergangenen Jahren kräftig Personal aufgebaut. Das steht in starkem Kontrast zur gewerblichen Wirtschaft, die landauf, landab über fehlende Arbeitskräfte klagt.
Während Betriebe händeringend Mitarbeiter suchen, wachsen öffentliche Strukturen weiter. Diese Verschiebung wirft Fragen auf – nicht nur nach Effizienz, sondern auch nach langfristiger Finanzierbarkeit.
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