Der langfristige Trend lässt sich klar ablesen. 2008 lag der gesamte Personalstand der Stadt Wien noch deutlich niedriger. In den Folgejahren stagnierte die Zahl der Beamten oder ging zurück. Gleichzeitig nahm die Zahl der Vertragsbediensteten nahezu kontinuierlich zu – Jahr für Jahr.

Besonders auffällig ist, dass dieser Anstieg selbst in wirtschaftlich angespannten Zeiten nicht gebremst wurde. Während andere Bereiche sparen mussten, wuchs die Wiener Verwaltung weiter. Das Ergebnis: ein Personalstand, der heute deutlich über jenem von vor 15 Jahren liegt.

Auslagerungen nicht einmal eingerechnet

Brisant ist dabei ein entscheidender Punkt: Die Grafik enthält nicht einmal die Beschäftigten ausgelagerter Unternehmen. Vor allem der Wiener Gesundheitsverbund, einer der größten Arbeitgeber der Stadt, ist in diesen Zahlen nicht berücksichtigt.

Das bedeutet: Der tatsächliche Personalaufwand der Stadt Wien liegt real noch höher, als es die offiziellen Zahlen zu den Vertragsbediensteten und Beamten vermuten lassen. Die Verwaltung ist also größer, als sie auf den ersten Blick scheint.

Gemeinden bauen auf – Wirtschaft sucht Personal

Der Beschäftigungsboom ist kein rein Wiener Phänomen. Laut Agenda Austria haben Gemeinden österreichweit in den vergangenen Jahren kräftig Personal aufgebaut. Das steht in starkem Kontrast zur gewerblichen Wirtschaft, die landauf, landab über fehlende Arbeitskräfte klagt.

Während Betriebe händeringend Mitarbeiter suchen, wachsen öffentliche Strukturen weiter. Diese Verschiebung wirft Fragen auf – nicht nur nach Effizienz, sondern auch nach langfristiger Finanzierbarkeit.