„Kann zu Engpässen kommen“ - Tankstellenbetreiber laufen Sturm gegen Regierungspläne
Spritpreise explodieren – und jetzt geht der Streit richtig los: Die geplanten Eingriffe der Regierung bezüglich Margenbeschränkung stoßen bei der Branche auf heftige Kritik. Tankstellenbetreiber sehen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Der Fachverband Energiehandel warnt, man werde zum „Sündenbock“ gemacht, während die eigentlichen Preistreiber – wie Steuern, Abgaben und CO₂-Kosten – aus Sicht der Branche zu wenig beachtet würden, kritisierte der Mineralölhändler und WKÖ-Fachverbandsobmann Energiehandel, Jürgen Roth, am Donnerstag im Ö1-“Morgenjournal”.
Senkung der Energiesteuern gefordert
“Ich warne davor, wenn man so eingreift in einen funktionierenden Markt, kann es eventuell auch zu Engpässen kommen und zu Versorgungsproblemen”, warnte der Branchenvertreter. Roth verwies auf die Entwicklung der Ölmärkte seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar. “Diese Preissprünge werden an den internationalen Rohstoffmärkten generiert, auf die hat Österreich keinen Einfluss.”
Der Branchenvertreter plädiert für eine deutliche Senkung der Energiesteuern. Der Staat lukriere bei Treibstoffen durch Steuern und Abgaben rund “50 bis 60 Prozent” des Produktpreises. Die Tankstellen in Österreich hätten im Vorjahr eine Gewinnmarge von 1 Prozent gehabt, so der WKÖ-Vertreter.
Details zu Treibstoff-Margenbeschränkung offen
Die am Mittwoch vorgestellte Gesetzesänderung soll es der Regierung bzw. dem Finanzminister erlauben, bei “Vorliegen einer Krise” per Verordnung die “Betriebsmargen entlang der Wertschöpfungskette zu begrenzen bzw. die steuerlichen Mehreinnahmen durch preisdämpfende Steuersenkungen auszugleichen.” Die möglichen Entlastungen sollen in Summe maximal 10 Cent pro Liter betragen. Wie die Margenbeschränkung genau geregelt werden soll, ist noch offen. In Kraft treten soll das vorgeschlagene Gesetz mit 1. April.
Wifo-Chef Gabriel Felbermayr sieht die Spritpreise-Margenbeschränkung skeptisch. “Weil da verlieren die Unternehmen jeden Anreiz, ihre Kosten zu reduzieren”, sagte Felbermayr am Mittwoch in der “ZIB2”. Die Erfahrungen mit Margenbegrenzungen in anderen Branchen seien “nicht wahnsinnig gut”.
Am Mittwoch musste österreichweit im Schnitt an den Tankstellen für Diesel 1,988 Euro je Liter und für Benzin 1,789 Euro je Liter bezahlt werden, geht aus dem E-Control-Preismonitor hervor.
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