Kerosin-Preise explodieren: Airline streicht mehr als 1.000 Flüge
Die Nahost-Krise erreicht eine neue Eskalationsstufe – und trifft nun mit voller Wucht den internationalen Flugverkehr. Airlines geraten unter massivem Kostendruck.
Die skandinavische Fluggesellschaft SAS reagiert nun mit drastischen Einschnitten im Flugplan. Mindestens Tausend Flüge sollen gestrichen werden.
Tausende Verbindungen auf der Kippe
Nach Informationen der schwedischen Wirtschaftszeitung Dagens Industri plant die Airline SAS, im April mindestens 1.000 Flüge zu streichen. Damit reagiert das Unternehmen auf die drastisch gestiegenen Treibstoffkosten, die sich innerhalb kürzester Zeit vervielfacht haben.
Zur Einordnung: Die Gesellschaft betreibt im Normalfall rund 800 Flüge täglich. Bereits im März wurden laut Bericht „ein paar Hundert“ Verbindungen gestrichen – ein Vorgeschmack auf die nun bevorstehenden Einschnitte.
Kerosinpreise explodieren
Auslöser der Entwicklung ist ein massiver Preissprung beim Kerosin. Hintergrund sind unter anderem die geopolitischen Spannungen im Zuge des Iran-Konflikts sowie die Blockade wichtiger Handelsrouten wie der Straße von Hormus.
Die Folgen für Reisende sind bereits absehbar. Treibstoffkosten machen einen erheblichen Anteil der Ticketpreise aus – in der europäischen Luftfahrt bis zu 30 Prozent. Angesichts der gestiegenen Belastungen hat die Airline ihre Preise bereits angehoben.
Fehlende Absicherung verschärft die Lage
Ein entscheidender Problem-Faktor liegt Berichten von Aero International zufolge in der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Anders als viele Wettbewerber hat die Airline in der Vergangenheit auf sogenanntes „Fuel Hedging‟ verzichtet – also auf langfristige Absicherungen gegen steigende Treibstoffpreise.
Diese Entscheidung wirkt sich nun unmittelbar aus: Die aktuellen Preissprünge schlagen ungebremst auf die Kostenstruktur durch. Während abgesicherte Wettbewerber zumindest teilweise geschützt sind, trifft die Entwicklung das Unternehmen mit voller Wucht.
Ein Blick auf andere Marktteilnehmer zeigt, wie entscheidend diese Strategie sein kann. So hat die Lufthansa nach eigenen Angaben bereits über 80 Prozent ihres Treibstoffbedarfs zu stabilen Konditionen abgesichert.
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