Doch beim Streaming-Giganten Netflix sieht man diese Entwicklung deutlich
differenzierter. Trotz wachsender technischer Möglichkeiten bleibt der CEO davon überzeugt: Kreativität lässt sich nicht einfach automatisieren.

„Besser statt nur schneller“: Sarandos warnt vor KI-Massenproduktion

Co-CEO Ted Sarandos machte in einem Interview mit POLITCO deutlich, dass
Geschwindigkeit und Kosteneffizienz allein nicht über den Erfolg entscheiden. Für ihn steht fest, dass Qualität weiterhin im Zentrum stehen muss.

Sarandos sieht die Branche aktuell in einer Phase intensiven Wettbewerbs. Gerade deshalb sei es entscheidend, Inhalte kontinuierlich zu verbessern, anstatt sie lediglich mithilfe von KI, schneller oder günstiger zu produzieren. „Schneller und billiger bringt nichts, wenn es nicht auch besser ist“, erklärte er im Gespräch

Co-CEO Ted SarandosIMAGO/Avalon.red

Menschliche Kreativität bleibt unverzichtbar

Trotz aller technologischen Fortschritte bleibt für Sarandos klar: Die Grundlage erfolgreicher Produktionen liegt weiterhin beim Menschen. Autoren, Schauspieler und technische Fachkräfte seien auch in Zukunft unverzichtbar für hochwertige Inhalte.

Die kreative Leistung – von der Entwicklung einer Geschichte bis zur visuellen Umsetzung – lasse sich nicht vollständig durch Algorithmen ersetzen. Gerade emotionale Tiefe, Inszenierung und künstlerische Handschrift seien Faktoren, die bislang nicht durch Maschinen reproduziert werden könnten.

Schauspieler und Regisseur Ben Affleck GETTYIMAGES/Stephanie Augello

Netflix investiert dennoch gezielt in KI

Gleichzeitig verzichtet Netflix keineswegs auf den Einsatz neuer Technologien. Im Gegenteil: Anfang März übernahm der Streaminganbieter das KI-Unternehmen InterPositive, das vom Schauspieler und Regisseur Ben Affleck gegründet wurde.

Über finanzielle Details des Deals wurde nichts bekannt. Fest steht jedoch: Das gesamte Team des Unternehmens – insgesamt 16 Mitarbeiter – wird in die Strukturen von Netflix integriert. Affleck selbst soll dem Unternehmen künftig als strategischer Berater erhalten bleiben, wie exxpress bereits berichtete.