KI-Systeme analysieren gewaltige Datenmengen, prüfen Rechnungen, formulieren Berichte und generieren Programmcode – häufig schneller und fehlerärmer als Menschen. Vor diesem Hintergrund werden mehr und mehr Tätigkeiten von lernenden Systemen unterstützt oder gar ganz ersetzt.

Der Personalberater Heiner Thorborg bringt es gegenüber n-tv auf den Punkt: „Überall dort, wo programmierbare Prozesse ablaufen, droht Gefahr.“

Erste Anwendungen – etwa in der automatisierten Softwareentwicklung oder in der strukturierten Auswertung großer Datensätze – sind bereits Realität.

Prognosen zwischen Transformation und Verdrängung

Thorborg steht mit seiner Einschätzung nicht allein. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche Experten vor einem tiefgreifenden Umbruch in der Arbeitswelt gewarnt – In Österreich, in Deutschland, aber auch global betrachtet.

Adam Dorr, Forschungsdirektor der Denkfabrik RethinkX, zeichnet ein besonders drastisches Szenario. Bis 2045, so seine These, könne künstliche Intelligenz nahezu jede menschliche Tätigkeit substituieren. Den Vergleich mit dem Schicksal der Pferde im Automobilzeitalter wählt er bewusst: einst unverzichtbar, später überflüssig.

„Maschinen, die denken können, sind da, und ihre Fähigkeiten erweitern sich Tag für Tag ohne Ende“, wird Dorr zitiert. Seine Botschaft ist klar: Die technologische Dynamik kennt kein Innehalten.

Auch „Pate der KI“ spricht Warnung aus – NVIDIA und Meta zeigen sich optimistisch

Auch andere Stimmen schlagen Alarm. Geoffrey Hinton, oft als „Pate der KI“ bezeichnet, warnt vor erheblichen Risiken für alltägliche intellektuelle Tätigkeiten. Dario Amodei, Chef des KI-Unternehmens Anthropic, prognostiziert sogar, dass binnen fünf Jahren bis zur Hälfte der Einstiegsjobs im Bürobereich verschwinden könnten.

Demgegenüber stehen Optimisten wie Jensen Huang von Nvidia oder Yann LeCun von Meta. Sie argumentieren, KI werde Tätigkeiten verändern, nicht auslöschen. Neue Aufgabenfelder entstehen, während alte verschwinden.