KI-Milliarden für TikTok: ByteDance treibt Ausbau von Rechenleistung voran
Während der globale Wettlauf um die technologische Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz an Tempo gewinnt, positioniert sich der chinesische Technologiekonzern ByteDance strategisch. Hinter den Kulissen bereitet das Unternehmen einen Investitionsschub vor, der das Kräfteverhältnis im internationalen KI-Markt spürbar verschieben könnte.
Nach übereinstimmenden Medienberichten plant ByteDance, im Jahr 2026 rund 160 Milliarden Yuan in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu lenken. Umgerechnet entspricht das etwa 23 Milliarden US-Dollar. Der Fokus liegt dabei klar auf der Basis moderner KI-Systeme: Rechenzentren, leistungsfähige Halbleiter und eigene Modelle sollen die technologische Eigenständigkeit des Konzerns stärken.
Ein erheblicher Teil der Mittel soll in spezialisierte Prozessoren fließen. Schon heute zählt ByteDance zu den größten Abnehmern solcher Chips in China.
Unabhängigkeit als strategisches Ziel
Parallel zur Hardware investiert ByteDance massiv in den Ausbau eigener Cloud-Strukturen und Rechenzentren. Ziel ist es, sich schrittweise von US-amerikanischen Technologien zu entkoppeln und kritische Kernkompetenzen im eigenen Haus zu bündeln. Damit reagiert der Konzern nicht nur auf geopolitische Risiken, sondern auch auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch westliche KI-Vorreiter wie OpenAI, Google oder Meta.
Besonders brisant ist jedoch: Die KI-Anwendungen des Konzerns reichen bereits jetzt weit über Forschungslabore hinaus. Insbesondere die algorithmischen Empfehlungssysteme von TikTok gelten bereits heute als Benchmark in der Branche – ein Vorsprung, der durch eigene Basismodelle und zusätzliche Rechenleistung abgesichert werden soll.
Parallelfront: TikTok und der US-Markt
Die KI-Offensive fällt in eine Phase tiefgreifender Umbrüche für den Konzern. Denn fast zeitgleich wurde eine Grundsatzentscheidung für das US-Geschäft von TikTok getroffen. Nach monatelangen politischen und rechtlichen Auseinandersetzungen steht nun die Abspaltung der amerikanischen Sparte an.
Künftig soll das US-Geschäft in einer neuen Gesellschaft gebündelt werden, an der Investoren aus den Vereinigten Staaten und Abu Dhabi maßgeblich beteiligt sind. Medienberichten zufolge sichern sich diese rund 45 % der Anteile, während ByteDance selbst eine Minderheitsbeteiligung behält. Der formelle Abschluss der Transaktion wird für Jänner erwartet.
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