Die Untersuchung von DataPulse Research vergleicht die durchschnittlichen staatlichen Renten mit den typischen Lebenshaltungskosten in verschiedenen europäischen Staaten. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: In 26 der insgesamt 30 analysierten Länder übersteigen die Ausgaben für den täglichen Lebensunterhalt deutlich die verfügbare Pension. Besonders deutlich zeigt sich diese Diskrepanz in Ländern mit hohem Preisniveau. So weist Luxemburg mit rund 34.000 Euro jährlich die höchsten nominalen Rentenzahlungen Europas auf. Auf den ersten Blick scheint das ein komfortables Einkommen im Alter zu sein.

Berücksichtigt man jedoch die Lebenshaltungskosten im Großherzogtum, relativiert sich dieses Bild erheblich. Durchschnittlich liegen die jährlichen Ausgaben dort bei etwa 52.000 Euro. Im europäischen Vergleich liegt Luxemburg deshalb trotz seiner hohen Penisons-Leistungen hinter mehreren anderen Staaten.

Niedrige Renten können relativ mehr Kaufkraft haben

Ein umgekehrtes Bild zeigt sich in Ländern mit niedrigeren Einkommen und geringeren Lebenshaltungskosten. Bulgarien etwa zählt mit einer durchschnittlichen Jahrespension von rund 4.500 Euro zu den Staaten mit der niedrigsten Pension in Europa. Nur Serbien, mit etwa 4.200 Euro, liegt noch darunter.

Trotz dieser vergleichsweise geringen Beträge erreicht Bulgarien im Verhältnis von Pension zu Lebenshaltungskosten einen besseren Rang und landet im europäischen Vergleich auf Platz fünf.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass die Höhe der Rente allein wenig über die tatsächliche finanzielle Situation im Ruhestand aussagt. Entscheidend ist vielmehr die Kaufkraft.

Nur wenige Länder zahlen ausreichende Pension

Zu den vier Ländern, in denen die staatliche Pension statistisch ausreicht, um die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten vollständig zu decken zählen Rumänien, Tschechien, Polen und Spanien.

Besonders auffällig ist dabei Rumänien. Obwohl das Land zu den wirtschaftlich schwächeren Staaten Europas zählt, zeigt sich dort rein rechnerisch eine vergleichsweise günstige Situation für Ruheständler. Die durchschnittliche Pension pro Jahr liegt nur bei rund 5.800 Euro, doch aufgrund der niedrigeren Lebenshaltungskosten bleibt den Ruheständlern im Durchschnitt ein rechnerischer Überschuss von etwa 21 Prozent.