In Österreich wird pro Flugticket eine staatliche Abgabe erhoben. Der derzeitige Betrag liegt bei 12 Euro pro Passagier. Auf besonders kurzen Strecken unter 350 Kilometern kann der Betrag sogar auf bis zu 30 Euro steigen.

Für den Salzburger Tourismusreferenten Stefan Schnöll stellt diese Regelung eine Belastung für den Standort dar. Gerade im internationalen Wettbewerb zwischen Flughäfen und Fluggesellschaften spiele der Preis eine zentrale Rolle.

„Wir müssen aufpassen, dass wir konkurrenzfähig bleiben. Das haben wir auch hier festgestellt auf der ITB. Die Airlines sind in einem sehr intensiven Austausch und in einem Konkurrenzverhältnis miteinander, auch die Flughäfen. Salzburg muss da mitspielen. Und diese Flugabgabe in der Höhe von zwölf Euro pro Passagier oder bis zu 30 Euro pro Passagier ist ein absoluter Wettbewerbsnachteil. Darum drängen wir darauf, dass die Flugabgabe abgeschafft wird oder jedenfalls reduziert“, erklärte Schnöll gegenüber dem ORF.

Bundesregierung lehnt Änderung vorerst ab

Nach Ansicht der beiden Bundesländer Tirol und Salzburg könnte eine geringere Steuerlast dazu beitragen, mehr Flugverbindungen anzuziehen und damit auch den Tourismus anzukurbeln.

Auf Bundesebene stößt diese Forderung jedoch bislang auf wenig Zustimmung. Vertreter des Verkehrs- und Finanzministeriums erklärten auf Anfrage des ORF, dass eine Abschaffung oder Reduktion der Abgabe derzeit nicht zur Debatte stehe.

Der Grund: Die Haushaltslage des Staates lässt aus Sicht der Bundesregierung kaum Spielraum für zusätzliche Einnahmeausfälle. Die Flugabgabe wird daher weiterhin als Bestandteil der Budgetplanung betrachtet.

Für Schnöll ist dieses Argument jedoch wenig überzeugend. Er verweist darauf, dass eine stärkere Auslastung der Flughäfen langfristig auch wirtschaftliche Impulse setzen könnte.

„Das wäre für den Finanzminister auch verkraftbar. Man darf nicht vergessen, dass wir durch mehr Verkehr und durch die intensivere Bespielung der Flughäfen wieder mehr Wirtschaftsleistung haben, die wir auch einbringen können. Das würde dem österreichischen Staat zugutekommen.“

Flughäfen und Airlines unter Druck

Parallel zur politischen Debatte wächst der Druck auf österreichische Flughäfen.

Ein Beispiel dafür liefert der Rückzug der Airline Ryanair aus einzelnen Verbindungen. Die Fluglinie hat angekündigt, Flugzeuge aus Österreich abzuziehen und das Streckennetz zu verkleinern. Davon betroffen ist unter anderem die Verbindung zwischen Klagenfurt und der spanischen Hafenstadt Alicante, die vollständig aus dem Flugplan gestrichen wurde. Als einen zentralen Grund nennt das Unternehmen die Höhe der Ticketsteuer in Österreich.

Ryanair kritisiert Flugabgabe

Der Ryanair-Manager Andreas Gruber kritisierte die bestehende Abgabe deutlich. Besonders im Low-Cost-Segment wirke sich die Steuer spürbar auf die Ticketpreise aus.

In einer Stellungnahme ließ er verlauten, wie stark Ryanair expandieren würde, wenn die Flugabgabe gestrichen werden würde: „Die zwölf Euro sind 25 Prozent unseres durchschnittlichen Ticketpreises. Wir haben der Regierung einen Wachstumsplan in der Höhe von einer Milliarde US-Dollar präsentiert, der vorsehen würde, dass wir zehn zusätzliche Flugzeuge in Österreich stationieren, würden 40 neue Routen aufnehmen, wir würden unser Passagiervolumen um 70 Prozent auf zwölf Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen und ganz besonders in Klagenfurt würden wir unser Passagiervolumen mindestens verdoppeln“.