Die Übernahmevereinbarung wurde am 6. Jänner unterzeichnet. Der formale Abschluss der Transaktion ist für Februar 2026 vorgesehen, steht jedoch noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die Finanzmarktaufsicht sowie die Europäische Zentralbank (EZB). Seitens der GRAWE wird die Akquisition als zentraler Baustein der eigenen Wachstumsstrategie bezeichnet. Ziel sei es, die Präsenz in Kärnten weiter auszubauen und insbesondere das Angebot für öffentliche Einrichtungen zu vertiefen.

Tatsächlich ist die vollständige Übernahme das Ergebnis eines großangelegten Prozesses. Bereits 2024 hatte die Bank Burgenland das Filialgeschäft der Anadi Bank übernommen. Damals wechselten rund 42.000 Privatkunden, Einlagen in Höhe von etwa 1,7 Milliarden Euro sowie 70 Mitarbeiter aus zehn Filialen zur GRAWE-Tochter.

Digitale Ausrichtung bleibt erhalten

Die Anadi Bank, die zuletzt unter indisch-britischer Eigentümerschaft stand, hatte sich nach der Abgabe des Filialgeschäfts strategisch neu ausgerichtet. Der Fokus lag seither auf digitalen Angeboten, dem Firmenkundengeschäft sowie auf öffentlichen Finanzierungen. In diesem Segment spielt das Institut eine zentrale Rolle: Die Anadi Bank fungiert unter anderem als Hausbank des Landes Kärnten und mehrerer Kärntner Gemeinden.

Künftig soll die Bank als eigenständiges Institut innerhalb der GRAWE-Gruppe weitergeführt werden. Christian Jauk, Vorstandsvorsitzender der GRAWE-Bankengruppe, bestätigte, Medienberichten zufolge, dass das Signing bereits erfolgt sei. Die Anadi Bank werde als hundertprozentige Tochter bestehen bleiben. Für Kunden ändere sich nichts: Konten, Ansprechpartner und laufende Geschäftsbeziehungen blieben unverändert.

Teil eines größeren Strukturwandels: Konsolidierungen häufen sich

Die Übernahme reiht sich in eine Phase zunehmender Konsolidierung im österreichischen Bankensektor ein. Erst im August 2025 wurde die Fusion der Liechtensteinische Landesbank Österreich AG mit der LLB Bank AG abgeschlossen. Kurz zuvor hatte die LLB die Zürcher Kantonalbank Österreich übernommen. Ziel dieser Zusammenführung war es, Kräfte unter einer starken Marke zu bündeln und die Marktposition nachhaltig auszubauen.