Koralmbahn-Fahrplanwechsel sorgt für erhitzte Gemüter: Pendler fühlen sich abgehängt
Mit dem Start der Koralmbahn ist ein verkehrspolitisches Großprojekt Realität geworden. Die neue Verbindung wird vielerorts als Meilenstein gefeiert, sie verkürzt Distanzen und schafft neue Achsen zwischen Süd- und Westösterreich. Doch der Fahrplanwechsel, der mit der Inbetriebnahme einherging, bringt nicht nur schnellere Verbindungen, sondern auf der anderen Seite auch spürbare Einschnitte für Pendler. Vor allem in der Obersteiermark regt sich Unmut.
Für zahlreiche Berufstätige bedeutete der neue Fahrplan einen empfindlichen Einschnitt. Besonders schmerzlich ist für viele der Wegfall früher Zugverbindungen in Richtung Wien. Pendler aus dem Raum Leoben berichten laut ORF, dass bisher essenzielle Frühzüge ersatzlos gestrichen wurden. Diese Verbindungen waren für Menschen mit frühen Arbeitszeiten keine Komfortfrage, sondern Voraussetzung dafür, ihren Beruf mit täglichem Pendeln vereinbaren zu können.
Die Konsequenzen sind teils drastisch. Wer die Arbeit nicht später beginnen kann, sieht sich gezwungen, unter der Woche in Wien zu bleiben – trotz Klimaticket und trotz eigentlich vorhandener Bahnverbindung.
Regionale Verbindungen unter Druck
Nicht nur der Fernverkehr sorgt für Diskussionen. Auch im regionalen Umfeld von Leoben fühlen sich viele Fahrgäste schlechter angebunden als zuvor. Kritisiert wird vor allem der Abbau von Busverbindungen, etwa in Richtung St. Michael. Für Schüler aus umliegenden Ortschaften bedeutet das längere Wege, zusätzliche Umstiege und frühere Abfahrtszeiten. Der Schulweg wird damit komplizierter.
Verkehrsverbund sieht gelungenen Start
Der Verkehrsverbund Steiermark sieht das anders. Geschäftsführer Peter Gspaltl spricht von einem insgesamt erfolgreichen Fahrplanstart. Angesichts der Dimension der Umstellung – ein Großteil der Bahn- und Busverbindungen wurde neu geordnet – seien nur wenige Beschwerden eingegangen. Das zeige, dass die Informationsarbeit im Vorfeld gewirkt habe.
Baustellen als Begleiter der Modernisierung
Mit der Koralmbahn ist der Ausbau der Bahn-Infrastruktur jedoch längst nicht abgeschlossen. Für das Jahr 2026 haben die ÖBB umfangreiche Investitionen angekündigt, allein in der Steiermark sollen mehr als 500 Millionen Euro in Bahnhöfe und Strecken fließen.
Zu den zentralen Projekten zählen der komplette Neubau des Bahnhofs Mixnitz-Bärenschützklamm, der Ausbau von Park-&-Ride-Anlagen sowie weitere Elektrifizierungsarbeiten. Auch in Graz schreiten Bauarbeiten voran, etwa bei der Unterführung in der Peter-Tunner-Gasse.
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