Kostenexplosion, Bürokratie-Wahnsinn: Darunter leiden Österreichs Bauern
Österreichs Bauern sichern die Lebensmittelversorgung – doch das hat seinen Preis. Jungbauern-Obfrau Viktoria Hutter erklärt im Interview, warum billige Lebensmittel ein Problem sind und welche Herausforderungen junge Landwirte heute bewältigen müssen.
Die heimische Landwirtschaft sorgt dafür, dass Österreich auch in Krisenzeiten ausreichend Lebensmittel hat. Doch laut Jungbauern-Obfrau Viktoria Hutter wird diese Versorgungssicherheit oft als selbstverständlich gesehen. Dabei gelte ein Grundsatz: „Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif.“ Hinter jedem Lebensmittel stünden bäuerliche Familien, die davon leben müssen.
Gerade deshalb warnt der Bauernbund vor Dumpingpreisen im Lebensmittelhandel. Eine aktuelle Kampagne fordert, sogenannte „Schleuderpreise“ zu stoppen. Hohe Standards beim Tierwohl, beim Umweltschutz und bei der Produktion seien wichtig – würden aber auch höhere Kosten verursachen. Billige Importprodukte, die diese Standards nicht erfüllen, würden die heimischen Bauern zusätzlich unter Druck setzen.
Gleichzeitig gibt es laut Hutter einen Widerspruch im Konsumverhalten: Viele Menschen wünschen sich regionale Produkte und hohe Qualität, greifen im Supermarkt aber dennoch zu billigeren Importen.
Planungssicherheit als großes Problem
Auch für junge Landwirte bleibt der Beruf herausfordernd. Neben steigenden Kosten nennt Hutter vor allem Bürokratie und mangelnde Planungssicherheit als große Probleme. Gleichzeitig sei die Landwirtschaft aber ein besonders vielseitiger Beruf, der vielen jungen Menschen die Möglichkeit gebe, sich kreativ zu verwirklichen.
Für die Zukunft bleibt das Ziel klar: die bäuerlichen Familienbetriebe in Österreich zu erhalten. Denn jeder Hof, der zusperrt, gefährdet langfristig auch die Versorgungssicherheit des Landes.
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