Machtverschiebung im Welthandel: China wird Deutschlands wichtigster Handelspartner
China war 2025 wieder wichtigster Handelspartner der Bundesrepublik Deutschland – noch vor den Vereinigten Staaten. Was sich in Zahlen ausdrückt, ist Ausdruck einer größeren geopolitischen Dynamik. Lieferketten wurden im letzten Jahr neu geordnet, Märkte reagierten auf politische Spannungen – Deutschland steht mittendrin.
Nach Berechnungen des Statistisches Bundesamt erreichte der Warenverkehr zwischen Deutschland und China im Jahr 2025 ein Gesamtvolumen von 251,8 Milliarden Euro. Damit überholte die Volksrepublik die Vereinigte Staaten, die 2024 noch an der Spitze lagen.
Mit den USA summierte sich der Außenhandelsumsatz auf 240,5 Milliarden Euro – ein Rückgang von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieser Einbußen bleiben die Vereinigten Staaten zweitwichtigster Handelspartner. Die Niederlande folgen mit einem Handelsvolumen von 209,1 Milliarden Euro auf Rang drei.
Exporte in die USA unter Druck
Die aggressive Zollpolitik aus Washington hinterließ insbesondere im deutschen Exportgeschäft Spuren. Zwar bleiben die USA weiterhin der wichtigste Einzelmarkt für Waren „Made in Germany“, doch die Ausfuhren sanken 2025 um 9,4 Prozent auf 146,2 Milliarden Euro.
Besonders deutlich fiel der Rückgang im Automobilsektor aus. Exporte von Fahrzeugen und Autoteilen brachen um 17,8 Prozent ein – ein empfindlicher Dämpfer für eine Branche, die traditionell stark vom US-Markt abhängt.
Deutschland ohne Marktmacht: China dominiert bei den Importen
Während deutsche Ausfuhren nach China im vergangenen Jahr um 9,7 Prozent auf 81,3 Milliarden Euro zurückgingen, blieb die Importseite deutlich stärker. Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro wurden 2025 aus China eingeführt – mehr als aus jedem anderen Land.
Besonders gefragt waren Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Produkte, Maschinen sowie elektrotechnische Ausrüstungen. Damit bleibt die deutsche Industrie in zentralen Vorleistungsbereichen eng mit chinesischen Lieferketten verflochten. Die Abhängigkeit ist immens.
Globale Verschiebungen im Zuge des Zollkonflikts
Die Entwicklungen beschränken sich nicht auf das deutsch-chinesische Verhältnis. China hat seine Handelsströme in 2025 übergreifend neu ausgerichtet. Laut Angaben der
chinesischen Zollbehörde stiegen die Exporte 2025 um 5,5 Prozent auf rund 3,8 Billionen US-Dollar. Die Importe verharrten bei etwa 2,6 Billionen Dollar. Der daraus resultierende Handelsüberschuss wuchs auf knapp 1,2 Billionen Dollar – ein neuer Höchstwert. Besonders dynamisch entwickelte sich der Handel mit afrikanischen Staaten sowie mit den ASEAN-Ländern in Südostasien. Der Handel mit den USA hingegen flachte ab. In erster Linie bedingt durch den anhaltenden Zollkonflikt.
Kommentare