Nach Angaben der chinesischen Zollbehörde legten die Ausfuhren im Januar und Februar – in US-Dollar berechnet – um 21,8 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres zu. Auch die Importe entwickelten sich dynamisch und wuchsen um 19,8 Prozent.

Aus der Differenz zwischen Exporten und Importen ergibt sich ein Handelsüberschuss von 213,6 Milliarden US-Dollar, was umgerechnet knapp 184 Milliarden Euro entspricht. Damit übertraf der Saldo ebenfalls die Erwartungen vieler Marktbeobachter.

Die beiden Monate werden traditionell gemeinsam ausgewertet, da das chinesische Neujahrsfest jedes Jahr in diesen Zeitraum fällt und die Wirtschaftsdaten dadurch statistisch verzerrt werden könnten.

Erwartungen der Analysten klar übertroffen

Die Entwicklung kam für viele Ökonomen überraschend. Vor Veröffentlichung der Daten hatten Analysten lediglich mit einem moderaten Wachstum gerechnet. Für die chinesischen Exporte prognostizierten Marktbeobachter ein Plus von etwas mehr als sieben Prozent.

Auch bei den Importen lagen die Erwartungen deutlich niedriger: Hier hatten Analysten einen Anstieg von rund 6,3 Prozent vorhergesagt.

Technologieexporte profitieren von KI-Boom

Ein wichtiger Treiber der Exportentwicklung sind nach Einschätzung von Experten vor allem Technologieprodukte. Insbesondere die Nachfrage nach Halbleitern und elektronischen Komponenten hat sich deutlich verstärkt.

Neben Hightech-Produkten überraschten jedoch auch andere Branchen mit starken Wachstumsraten. So stiegen beispielsweise auch die Ausfuhren von Kleidung, Textilien und Taschen stärker als erwartet.

Nachfrage nach Chinas „Neuen Drei“

Ein weiterer Wachstumsmotor im chinesischen Außenhandel sind moderne Industriezweige. Dan Wang von der Eurasia Group verweist insbesondere auf die hohe internationale Nachfrage nach den sogenannten „Neuen Drei“ aus China. Zu diesen zählen: Elektroautos, Lithium-Ionen-Batterien und Solarzellen.

Diese Industrien haben sich in den vergangenen Jahren zu wichtigen Exportpfeilern der chinesischen Wirtschaft entwickelt und profitieren weltweit von der zunehmenden Elektrifizierung und Energiewende.