Insgesamt 852 Kandidaten schlossen im vergangenen Jahr eine Meister- oder Befähigungsprüfung erfolgreich ab. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem kräftigen Zuwachs von rund einem Drittel. Damit wurde der bisherige Rekord deutlich übertroffen. Bei einer feierlichen Verleihung im Grazer Stefaniensaal wurde diese Entwicklung offiziell gewürdigt – ebenso wie die Leistungen der Absolventen.

Auffällig ist dabei die Breite der vertretenen Berufe. Sowohl klassische Handwerksdisziplinen als auch zahlreiche reglementierte Gewerbe waren vertreten. Während im handwerklichen Bereich meist der Meisterabschluss den formalen Höhepunkt bildet, wird in anderen Gewerben der berufliche Zugang über eine Befähigungsprüfung geregelt.

Wer sich qualifiziert, setzt auf Stabilität

Aus Sicht der Wirtschaftskammer ist der Rekord kein Zufall. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten nutzten viele Fachkräfte die Phase der Unsicherheit, um gezielt in ihre berufliche Zukunft zu investieren. Zusätzliche Qualifikation gilt zunehmend als Schutzschild gegen Krisen, Konjunkturschwankungen und strukturellen Wandel.

Besonders betont wird dabei der strategische Wert der Meisterausbildung. Sie verbindet fachliche Tiefe mit unternehmerischer Kompetenz und eröffnet frühzeitig Karriere- und Selbstständigkeitsperspektiven. Seit mehreren Jahren ist der Meisterabschluss zudem formal einem Bachelor gleichgestellt.

Gegenläufige Entwicklung bei Lehrlingen

So positiv die Entwicklung bei den Meisterabschlüssen ausfällt, so ernüchternd ist der Blick auf die Ausbildungszahlen. Die Zahl der Lehrlinge ist zuletzt erneut gesunken. Landesweit befanden sich im vergangenen Jahr rund 14.400 Jugendliche in einer Lehrausbildung – deutlich weniger als noch vor wenigen Jahren.

Im Fünfjahresvergleich wird der Trend noch deutlicher. Sowohl die Zahl der Lehrlinge als auch jene der Ausbildungsstätten ist kontinuierlich gesunken.