Im Geschäftsjahr 2025 sank der Konzernüberschuss drastisch. Unter dem Strich verblieben 5,3 Milliarden Euro – rund 49 Prozent weniger als im Vorjahr, als noch 10,4 Milliarden Euro erwirtschaftet wurden. Damit setzt sich eine Serie rückläufiger Ergebnisse fort: Bereits zum vierten Mal in Folge schrumpfte der Gewinn, und die Einbußen fallen von Jahr zu Jahr deutlicher aus.

Auch operativ geriet der Konzern stärker unter Druck als noch im Vorjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach um 57 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro ein. Branchenbeobachter hatten im Schnitt mit 6,6 Milliarden Euro gerechnet. Die Umsätze gingen um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück – ebenfalls unter den Erwartungen.

China bleibt Sorgenkind

Besonders schwer wiegt der anhaltende Abschwung im chinesischen Pkw-Geschäft. Der Absatz von Elektroautos bleibt dort stark hinter früheren Jahren zurück. Finanzvorstand Harald Wilhelm machte deutlich, dass eine rasche Trendwende nicht zu erwarten sei – auch wenn neue Modelle im zweiten Halbjahr Impulse setzen könnten.

Der Wettbewerb im Reich der Mitte hat sich verschärft. Lokale Hersteller drängen mit technologisch ambitionierten und preislich aggressiven E-Modellen auf den Markt. Für europäische Premiumanbieter bedeutet das sinkende Margen und wachsenden Preisdruck.

Zölle und Wechselkurse drücken zusätzlich

Neben der Konkurrenz in China schlagen globale Handelskonflikte zu Buche. Höhere US-Zölle belasten die Kalkulation ebenso wie ungünstige Wechselkursentwicklungen. Diese Faktoren hätten das operative Ergebnis zusätzlich gedrückt, teilte das Unternehmen mit.

Zugleich mussten interne Anpassungen finanziert werden. Der Abbau mehrerer Tausend Stellen außerhalb der Produktion führte zu Belastungen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro durch Abfindungen. Insgesamt habe man zwar mehr als 3,5 Milliarden Euro an Kosten eingespart, doch der Gegenwind aus dem Markt sei erheblich gewesen.

Kurswechsel bei der Preisstrategie

Unter dem Eindruck der schwächeren Nachfrage korrigiert Mercedes seine bisherige Maxime „Value over Volume“. Statt konsequent hohe Preise zu verteidigen, soll künftig stärker über die Preisgestaltung die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Ziel sei „profitables Wachstum“, wie Vorstandschef Ola Källenius betonte.

Ausblick: Stabilisierung auf Vorjahresniveau

Für 2026 peilt das Management an, die Erlöse zumindest stabil zu halten. Das operative Ergebnis soll deutlich zulegen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von der Entwicklung in China, den handelspolitischen Rahmenbedingungen und der Aufnahme neuer Modelle im Markt ab. Vor allem im Bereich der E-Mobilität muss Mercedes Wege finden, wettbewerbsfähiger zu werden.