Millionen-Pleite: Österreichische Traditionsfirma nach fast 100 Jahren insolvent
Das nächste Traditionsunternehmen ist insolvent. Ein seit 1927 bestehender heimischer Betrieb ist zahlungsunfähig. Millionen Schulden und Dutzende Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Dennoch gibt es Hoffnung auf eine Fortführung.
Nach fast 100 Jahren ist die Traditionsfirma HERKA zahlungsunfähig.GETTYIMAGES/Photo by Christian Ohde/McPhoto/ullstein bild
Betroffen ist die HERKA GmbH, eine österreichische Frottierweberei. Über deren Vermögen wurde am Landesgericht Krems ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet, wie der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) bekannt gab. Der Traditionsbetrieb besteht aus mehreren Teilbereichen – Konfektion, Weberei, Näherei, Stickerei, Lager und Versand – wobei der Teilbereich Konfektion geschlossen werden soll. Insgesamt sind 68 Beschäftigte betroffen.
Insolvenz am Landesgericht Krems eröffnet
Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gibt bekannt, dass über das Vermögen der HERKA GmbH ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet wurde. Bei der Schuldnerin handelt es sich um ein österreichisches Traditionsunternehmen, das 1927 gegründet wurde und als Frottierweberei tätig ist.
Das Unternehmen gliedert sich in mehrere Teilbereiche: Konfektion, Weberei, Näherei, Stickerei, Lager und Versand. Der Teilbereich „Konfektion” soll allerdings geschlossen werden. Insgesamt sind 68 Beschäftigte von der Insolvenz betroffen.
Energiepreise und Hotelflaute als Auslöser
Das Unternehmen nennt die massiv gestiegenen Energie- und Chemiekosten als Hauptursachen für die Pleite. Zusätzlich hätten Umsatzrückgänge durch ausbleibende Bestellungen aus dem Hotelbereich die wirtschaftliche Lage weiter verschärft.
Die endgültigen Vermögensverhältnisse müssen im Zuge des Insolvenzverfahrens geprüft werden. Laut den vorliegenden Unterlagen bewertet die Schuldnerin ihre Aktiva mit rund 1,5 Millionen Euro an freiem Vermögen. Dem stehen Passiva von rund sieben Millionen Euro gegenüber. Insgesamt sind 134 Gläubiger von der Insolvenz betroffen.
Sanierungsplan soll Firma retten
Trotz der angespannten Lage wird eine Fortführung des Unternehmens angestrebt. HERKA soll mithilfe eines Sanierungsplans entschuldet werden. Den Insolvenzgläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten, die innerhalb von zwei Jahren nach Annahme des Sanierungsplans ausgezahlt werden soll.
Die dafür notwendigen finanziellen Mittel sollen aus den Erträgen der laufenden Unternehmensfortführung erwirtschaftet werden. Ob der Traditionsbetrieb damit tatsächlich eine Zukunft hat, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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