Die Entscheidung ist Teil einer umfassenden Neuausrichtung innerhalb der konzerninternen Division High Performance Metals. Nach interner Analyse sei deutlich geworden, dass Böhler Profil mit seinen spezifischen Strukturen, Vertriebswegen und Prozessen – trotz stabiler Erträge –nicht länger zum künftigen Kern des Konzerns passe, erklärte Vorstandschef Herbert Eibensteiner dem ORF.

Ausschlaggebend für die Übernahme war nach Konzernangaben das wiederholte Interesse von Kadant sowie dessen klares Bekenntnis zu Know-how, Technologien und Produktionskapazitäten am Standort. Der Abschluss der Transaktion wird bis spätestens März erwartet.

Rund 150 Arbeitsplätze wechseln den Eigentümer

Mit dem Verkauf geht das Werk vollständig in den Besitz des US-Konzerns über. Rund 150 Mitarbeiter bleiben dem Standort erhalten. Aus Sicht des voestalpine-Vorstands ist dies ein zentrales Signal: Der neue Eigentümer wolle nicht nur fortführen, sondern das Portfolio gezielt weiterentwickeln.

Auch Sparte-Vorstand Reinhard Nöbauer unterstrich, dass Böhler Profil wirtschaftlich solide aufgestellt sei. Das Unternehmen habe über Jahre hinweg verlässliche Ergebnisse geliefert und werde nun in einem Umfeld weitergeführt, das stärker auf sein spezifisches Geschäftsmodell ausgerichtet sei.

Zahlen bestätigen Stabilität

Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte Böhler Profil einen Umsatz von 51,5 Millionen Euro. Trotz der Veräußerung hält man an der Prognose fest. Für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 rechnet der Vorstand weiterhin mit einem EBITDA zwischen 1,40 und 1,55 Milliarden Euro auf Konzernebene.

Verkauf kommt nach jüngstem Großauftrag

Erst kürzlich hatte der Konzern einen bedeutenden Erfolg vermelden können. Mitte Jänner sicherte sich voestalpine einen Großauftrag aus der Türkei mit einem Volumen von rund 41 Millionen Euro.

Für einen führenden türkischen Logistikdienstleister entsteht in Istanbul ein großes Hochregallager samt automatisiertem Kleinteilelager. Mit einer Höhe von nahezu 40 Metern, einer Länge von 222 Metern und einer Breite von 86 Metern zählt das Projekt zu den größten seiner Art in der Region. Die Fertigstellung ist für April 2027 vorgesehen.

Die Produktion erfolgt in der Metal Forming Division am Standort Krems, der seit Jahren von hoher internationaler Nachfrage profitiert.