Nächster Leerstand droht: Diese Aldi-Filiale macht dicht
Die wirtschaftlichen Verwerfungen der vergangenen Jahre haben vielerorts Spuren hinterlassen – besonders sichtbar wird dies in den deustchen Innenstädten. Leerstände nehmen zu, bekannte Namen verschwinden, die Nahversorgung wird dünner, der Einzelhandel liegt in Scherben. Nun wartet die nächste Schreckensmeldung auf: Der Discounter Aldi Süd zieht sich aus Albstadt zurück.
Albstadt im Zollernalbkreis, Baden-Würrtemberg, hatte bereits in diesem Jahr einen empfindlichen Einschnitt verkraften müssen. Der Verlust einer Kaufland-Filiale schwächte die lokale Handelslandschaft spürbar. Nun folgt der nächste Rückzug: In Ebingen, dem größten Stadtteil, wird der Aldi-Markt Ende Januar endgültig geschlossen. Das bestätigte der Konzern auf Nachfrage von Merkur München. Die Nachricht kursierte zuvor bereits in sozialen Netzwerken. In lokalen Diskussionsgruppen wurde spekuliert, hinterfragt und gewarnt.
Mitarbeiter sollen aufgefangen werden
So bitter der Schritt für den Standort auch ist, für die Beschäftigten fällt die Perspektive weniger düster aus. Nach Angaben des Unternehmens sollen die Mitarbeiter nicht entlassen, sondern auf andere Filialen verteilt werden. In Zeiten wachsender Unsicherheit im Einzelhandel ist das zumindest ein kleiner Trost.
Blockierte Expansion als Wendepunkt
Der Rückzug war keineswegs absehbar. Vor einigen Jahren hatte Aldi noch ambitionierte Pläne für den Standort. Die Verkaufsfläche sollte deutlich wachsen – von gut 800 auf über 1.000 Quadratmeter. Doch die Stadt stellte sich quer. Der Markt liegt in einem als Mischgebiet ausgewiesenen Areal, in dem eine solche Erweiterung nicht zulässig war.
Die Begründung folgte einem klaren städtebaulichen Leitbild: Größere Märkte sollten kleinere Anbieter im Umfeld nicht verdrängen. Der Gesetzgeber sieht in Wohn- und Mischgebieten bewusst enge Grenzen für großflächigen Einzelhandel vor, um die Versorgungsstruktur zu schützen.
Gericht bestätigt Stadt – und Aldi verliert Spielraum
2017 landete der Streit vor dem Verwaltungsgericht in Sigmaringen. Die Richter gaben der Stadt recht. Aldi hätte einen deutlich höheren Anteil der Kaufkraft im Kerneinzugsgebiet binden müssen, um die Erweiterung zu rechtfertigen. Diese Schwelle wurde verfehlt. Die geplante Vergrößerung war damit endgültig vom Tisch.
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