Nächstes Skigebiet kollabiert: Abtenau rutscht in die Insolvenz
Ein weiteres traditionsreiches Skigebiet gerät ins Straucheln. Die Abtenauer Bergbahnen sind zahlungsunfähig – über vier Millionen Euro Schulden drücken auf die Bilanz. Der Fall steht exemplarisch für eine Branche, die zwischen Kostenexplosion und Gästeschwund zunehmend unter Druck gerät.
Die wirtschaftliche Schieflage ist erheblich: Rund 4,3 Millionen Euro Verbindlichkeiten stehen aktuell in den Büchern der Abtenauer Bergbahn GmbH. Dem gegenüber stehen Vermögenswerte von lediglich etwa 755.000 Euro. Neben den Mitarbeitern sind auch rund 45 Gläubiger von der Zahlungsunfähigkeit betroffen.
Geschäftsführer Walter Pendl erklärte, dass der Schritt unausweichlich gewesen sei. Die abgelaufene Wintersaison habe die Situation weiter verschärft. Schneearmut, eingeschränkter Liftbetrieb und eine schwache Gästeentwicklung hätten dazu geführt, dass das Skigebiet zeitweise nur eingeschränkt betrieben werden konnte. Die Einnahmen blieben deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Mildere Winter und sinkende Besucherzahlen
Die Schwierigkeiten sind kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines breiteren Trends. Viele kleinere und mittlere Skigebiete in Österreich kämpfen zunehmend mit strukturellen Herausforderungen. Kürzere Wintersaisonen, unberechenbare Wetterbedingungen und steigende Betriebskosten setzen insbesondere regional verankerte Anlagen unter Druck.
In Abtenau trifft es ein Unternehmen mit langer Geschichte: Die Karkogelbahn wurde bereits 1962 gegründet und war über Jahrzehnte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region.
Raiffeisen signalisiert Einstieg
Medienberichten zufolge plant die Raiffeisen-Gruppe, die Anteile von Gemeinde und Tourismusverband – zusammen rund 89 Prozent – zu übernehmen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Basis zu konsolidieren und den Betrieb fortzuführen.
Gläubiger können ihre Forderungen bis Ende Mai anmelden. Priorität habe derzeit die Sanierung des Unternehmens und die Sicherung eines geordneten Weiterbetriebs. Über weitergehende strategische Optionen – etwa eine mögliche Zusammenarbeit mit benachbarten Skigebieten wie Dachstein-West – werde erst nach erfolgreicher Stabilisierung entschieden.
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