Das Wambacher galt lange als verlässliche Adresse für klassische Wiener Küche. Schnitzel, Tafelspitz und Kaiserschmarren, dazu ein schattiger Gastgarten mit altem Baumbestand – das Haus hatte sich über rund 170 Jahre einen Namen gemacht. Doch die wirtschaftliche Realität holte den Betrieb ein. Bereits im Februar 2024 musste die Betreibergesellschaft zum ersten mal Insolvenz anmelden. Damals sprach der Kreditschutzverband von 1870 von Verbindlichkeiten in Höhe von rund 700.000 Euro.

Sanierung ohne Durchbruch

Der im Juni 2024 beschlossene Sanierungsplan sah eine Quote von 20 % für unbesicherte Gläubiger vor – das gesetzliche Minimum. Anfangs schien der Fortbestand gesichert. Zwei Teilquoten konnten laut Creditreform noch bedient werden. Doch die Entlastung blieb aus. Ab dem Frühjahr 2025 geriet die Liquidität zunehmend unter Druck. Fällige Zahlungen mussten in Raten geleistet werden, ehe schließlich auch diese Lösung nicht mehr tragfähig war. Ende Dezember 2025 folgte der nächste Insolvenzantrag. Insgesamt sind 13 Mitarbeiter betroffen.

Persönliches Projekt mit schwerem Erbe

Hinter dem Betrieb stand die Masek Genuss GmbH, geführt von Simon Masek. Der gebürtige Hietzinger hatte das Lokal 2021 übernommen und umfassend renovieren lassen. Die pandemiebedingten Lockdowns nutzte man Medienberihten zufolge, für eine Modernisierung: Böden wurden aufgearbeitet, das Interieur erneuert, die Räume aufgefrischt.

Kulinarische Handschrift mit hohen Ansprüchen

Am gastronomischen Konzept hielt man bewusst fest. Die Küche blieb klassisch, setzte aber konsequent auf frische Zubereitung und hochwertige Produkte. Tiefkühlware kam nicht auf den Tisch. Kalbsschnitzel, Backhendl, Zwiebelrostbraten und ein viel gelobter Kaiserschmarren prägten das Angebot und verschafften dem Lokal auch über den Bezirk hinaus Aufmerksamkeit. Doch steigende Energiepreise, rückläufige Frequenz und ein schwieriges Marktumfeld ließen die Kosten schneller wachsen als die Einnahmen.